Erster Auftritt des neuen Opel-Chefs: „Opel ist zurück“

Erster Auftritt des neuen Opel-Chefs
„Opel ist zurück“

Bei seinem ersten öffentlichen Auftritt gibt sich der neue Opel-Chef Karl-Thomas Neumann kämpferisch. Er will die Marke zu alter Stärke führen - und setzt dabei auf eine Modelloffensive und Innovationen.
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GenfAls die die Pressekonferenz am Opel-Stand in den Genfer Messehallen beginnt, bleibt der Platz neben Karl-Thomas Neumann leer. Reserviert ist der für GM-Manager Steve Girsky. Doch statt der wichtigen Veranstaltung fern zu bleiben, bereitet Girsky die Bühne für Neumann vor.

Nach kurzer Ankündigung („Neumann ist der beste CEO für Opel“) übergibt Girsky das Wort an den neuen Chef. Dieser hält sich mit selbstbewussten Aussagen auch nicht lange zurück. „Mit Passion, Innovation und deutscher Ingenieurskunst wollen wir Opel zu der Stärke zurückführen, die es verdient“, sagt Neumann in seiner ersten öffentlichen Rede.

Um dieses Ziel zu erreichen, setzt der ehemalige VW-Manager vor allem auf neue Modelle. 23 Autos will er in den kommenden fünf Jahren vorstellen, dazu noch eine Vielzahl neuer Motoren. Den Anfang machte er gleich nach wenigen Minuten, als das Tuch von dem neuen Cascada fällt.

Im Anschluss ging es geradezu im Eiltempo durch die verschiedenen Messe-Premieren der Rüsselsheimer: ein neuer 1,6-Liter Diesel, nach Neumanns Angaben der sauberste in der Opel-Geschichte, die Mini-Crossover-Studie „Adam Rocks Concept“, eine Smartphone-App, mit der die Multimedia-Anwendungen des Adams gesteuert werden können und den Rallye-Adam, mit dem Opel noch dieses Jahr in den nationalen Meisterschaften angreifen will.

Die Nachricht dieser Neuheiten-Dichte ist simpel: Schaut her, wir können gute und moderne Autos bauen. Von der Krise will Neumann nichts wissen. „Es ist eine aufregende Zeit für Opel“, sagt der gebürtige Niedersachse. Selbstbewusst schließt er seine Rede: „Opel ist zurück!“

Doch Fragen bleiben. Zum Beispiel die nach dem Opel-Werk in Bochum. Neumann will offene Fragen nach der Grundsatzeinigung über die Zukunft des Werks in einigen Wochen klären. „Für mich war es wichtig, dass wir in der vergangenen Woche diesen Durchbruch geschafft haben“, sagte der Manager im Anschluss. Es gebe immer einige Details, die noch offen seien. So sei noch nicht entschieden, welche Komponenten künftig in der Fabrik gefertigt werden sollen. „Wir müssen uns die nötige Zeit nehmen, um das zu klären“, sagte Neumann. Die Autoproduktion soll 2016 in Bochum auslaufen, das Management will aber 1200 der mehr als 3000 Jobs dort erhalten.

Sebastian Schaal
Sebastian Schaal
Handelsblatt Online / Redakteur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Erster Auftritt des neuen Opel-Chefs: „Opel ist zurück“"

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  • GM weiß aber auch, daß sie ohne OPEL praktisch keine vernünftigen Autos außerhalb von Nordamerika auf den Markt bringen wird und in Europa nicht mehr vertreten ist. Die Koreaner sind noch lange nicht soweit. Alles Ordentliche is von OPEl entwickelt. In China fahren ohne nur OPEL als Buick (Insignia und Astra). Und daß durch eine schlechte Modell und Öffentlichkeitspolitik die EInkäufe eingebrochen sind, läßt sich nicht wegdiskutieren. Und somit auch die Überkapazitäten. OPEL hat, wie viele andere auch, zuviele Werke. Was liegt da ferner, als das unbequemste Werk mit dem ältsten Stand der Technik zu schliesen. Um dies zu vermeiden, sollte ganz einfach eine Ecke mehr Autos verkauft werden. U.a. auch an Mitarbeiter aus Bochum.

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