Erster Kunde will Geld sehen
Boeing hat Probleme mit Mammutaufgabe

Die australische Fluggesellschaft Qantas will wegen der Lieferverzögerungen beim neuen Boeing-Dreamliner eine Entschädigung verlangen. Auch andere wichtige Kunden reagieren enttäuscht. Zuvor war die Auslieferung des Airbus 380 verschoben worden – neue Flugzeugprogramme sind ein Kampf mit engen Terminplänen und technischen Details.

HB FRANKFURT/SEATTLE. Moderne Jets sind konstruktives Neuland, die Fertigung ist globales Puzzle mit zahlreichen Zulieferern. Dazu kommen Vorgaben der Flugsicherheitsbehörden. Bei Verzögerungen der Konkurrenz halten sich beide Hersteller mit hämischen Kommentaren zurück – dazu kennen Airbus wie Boeing die Tücken neuer Programme ganz genau.

„Das Wichtigste ist, unseren Kunden ein Flugzeug zu liefern, das ihren Anforderungen langfristig entspricht“, sagte Scott Carson, Chef der Boeing Zivilflugzeugsparte am Mittwoch. Verzögerung am Anfang des Programms sind ärgerlich. Wirtschaftlicher Erfolg eines Flugzeugprojektes rechnet sich aber in Jahrzehnten und nicht in Quartalen. So verkauft Boeing zum Beispiel die 747 seit Ende der 60er Jahre – inzwischen mehr als 1500-mal.

Weiteres Beispiel für die langfristige Kalkulation bei Flugzeugprogrammen ist die Verspätung bei der A380. Am kommenden Montag soll Singapore Airlines (SIA) das erste Flugzeug in Empfang nehmen, Ende Oktober der Liniendienst starten.

Mit SIA, Qantas, Emirates und British Airways fliegen in den kommenden Jahren vier A380-Betreiber auf einer der am heftigsten umkämpften Routen der Luftfahrtbranche von Europa über Südostasien nach Australien. Fluggesellschaften interessieren sich dann kaum noch für Verspätungenbeim Programmstart – es geht darum mit einem technisch zuverlässigen Gerät möglichst effizient fliegen zu können.

Aus Sicht der Fluggesellschaften ist die Verzögerung bei der Boeing 787 zwar unerfreulich, aber kalkulierbar. Alternativen gibt es nur in sehr engen Grenzen. Ein frustrierter Airbus-Kunde kann nicht einfach schnell bei Boeing kaufen. Lieferpositionen für neue Jets sind meist für mehrere Jahre ausverkauft, vor allem in Boomzeiten.

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