Erstes Halbjahr
Höhere Strompreise lassen Eons Kassen klingeln

Der Energiekonzern Eon hat im ersten Halbjahr dank höherer Strompreise und Zuwächse auf dem britischen Markt seinen Umsatz und Gewinn gesteigert. Im Gasgeschäft musste der größte deutsche Versorger jedoch wegen des milden Winters Einbußen hinnehmen. Am Vormittag gab die Aktie leicht nach.

HB DÜSSELDORF. Eon bekräftigte bei der Vorlage der Zahlen am späten Dienstagabend aber seine im Mai angehobene Prognose für das laufende Jahr. Danach soll der um Sondereinflüsse bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) um fünf bis zehn Prozent steigen. Im Vorjahr hatte Eon hier ein Ergebnis von 8,4 Mrd. Euro erzielt. Auch unter dem Strich will Eon mehr verdienen als vor einem Jahr.

„Die Entwicklung der Strompreise wirkte sich positiv aus“, teilte das Unternehmen mit. Zudem sei auch insgesamt mehr Strom abgesetzt worden als im Vorjahreszeitraum. Die Erlöse des Konzerns seien daher von Januar bis Juni insgesamt um vier Prozent auf 35,559 Mrd. Euro gestiegen. Das bereinigte Ebit sei um sieben Prozent auf 5,426 Mrd. Euro erhöht worden, während der Überschuss um 25 Prozent auf 4,320 Mrd. Euro zulegt habe. Mit dem bereinigten Ebit lag Eon etwa auf dem Niveau der Analystenschätzungen, beim Überschuss sogar etwas darüber.

Höhere Zuwächse musste Eon wegen des milden Winters abschreiben, der dem Konzern im sonst florierenden Gasgeschäft einen Strich durch die Rechnung machte. Die Sparte Pan-European Gas, in der Eon mit seiner Ferngastochter Ruhrgas aktiv ist, verzeichnete einen deutlichen Absatz- und Ergebnisrückgang. Die Sparte verbuchte beim bereinigten Ebit einen Rückgang von vier Prozent. Insgesamt ging der Gasabsatz um acht Prozent zurück. In Großbritannien profitierte das Unternehmen hingegen unter anderem davon, Gas zu niedrigeren Preisen eingekauft zu haben als im Vorjahr. Das Ebit legte hier um 63 Prozent zu.

„Das ist alles im Rahmen der Erwartungen“, sagte Sal. Oppenheim-Analyst Stephan Wulf. Auch im Gasgeschäft sei mit einem Rückgang in dieser Größenordnung gerechnet worden. Wulf erwartet für das Gesamtjahr bei Eon eine Steigerung des bereinigten Ebit von 8,2 Prozent.

Eon hatte wenige Wochen nach der Niederlage im Kampf um den spanischen Versorger Endesa massive Investitionen und ein kräftiges Gewinnwachstum angekündigt. Bis 2010 will das Unternehmen das bereinigte Ebit auf 12,4 Mrd. Euro steigern. Zudem soll die Dividende in diesem Zeitraum jährlich im Durchschnitt zehn bis 20 Prozent steigen. Für 2006 hatte Eon je Aktie 3,35 Euro ausgeschüttet.

Sein Wachstum im Kerngeschäft mit Strom und Gas will Eon durch Investitionen in Höhe von 60 Mrd. Euro vorantreiben. In den vergangenen Wochen hatten die Pläne erste Konturen angenommen. Mehr als 1,6 Mrd. Euro will das Unternehmen in zwei Gasfelder in Norwegen investieren. Zudem übernimmt Eon für 722 Mill. Euro den Windparkbetreiber Energi E2 Renovables Ibericas vom dänischen Stromkonzern Dong Energy.

Am Vormittag gab die Aktie von Eon leicht nach: Der Kurs sank um 0,73 Prozent.

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