Ertragssteigerungen kaum noch möglich
Bayer und BASF droht Durststrecke beim Pflanzenschutz

Die Ambitionen in der Agrochemie entpuppen sich für BASF und Bayer als strategische Sackgasse: Das Geschäft mit Unkraut- und Insektenbekämpfungsmitteln liefert zwar ansehnliche Renditen, aber kaum noch Wachstum.

FRANKFURT. Weitere Ertragssteigerungen sind damit fast nur noch über Kostensenkung möglich, wie das jüngste Sparprogramm bei Bayer deutlich macht. Um die angestrebte Ebitda-Rendite von 29 Prozent zu erreichen, will der Leverkusener Konzern 1 500 Stellen bei seiner Tochter Bayer Crop Science streichen. BASF trimmt die Agrosparte bereits seit Jahren auf Effizienz, konnte dennoch einen Gewinnrückgang im ersten Halbjahr nicht verhindern.

Als Hauptgrund für die jüngste Schwäche gilt die ungewöhnliche Trockenheit im Frühjahr und Sommer. Hinter den vielzitierten "Witterungseinflüssen" kommen indessen auch strukturelle Effekte zum Tragen. Deutliches Wachstum im Agro-Sektor bringt fast nur noch die Pflanzenbiotechnologie - ein Bereich, in dem Konzerne wie Bayer, BASF und der US-Konzern Dow bisher relativ schwach vertreten sind.

Im klassischen Pflanzenschutzgeschäft mit etwa 26 Mrd. Euro Marktvolumen wirken die Perspektiven ausgesprochen bescheiden. Friedrich Berschauer, Chef von Bayer Crop Science, geht davon aus, dass dieser Markt bis 2015 um etwa 0,6 Prozent pro Jahr schrumpft. Dem stehen Wachstumsraten von etwa drei Prozent im Chemiegeschäft und fünf bis sechs Prozent im Pharmasektor gegenüber.

Gebremst wird der Markt vor allem durch den Vormarsch genmodifizierter Saaten (GMOs) in Nord- und Südamerika. Die entsprechenden Pflanzen zeichnen sich dadurch aus, dass sie an einfachere Unkrautbekämpfungsmittel angepasst oder mit Resistenzen gegen Schädlinge ausgestattet sind. "Diese Technologie wird letztlich nicht aufzuhalten sein und hat damit direkten Einfluss auf den Absatz von Pflanzenschutzmitteln", sagt Heinz Müller, Agro-Experte der DZ Bank. Analysten der Citigroup schätzen, dass der Siegeszug der Gensaaten das Volumen des Pflanzenschutzmittel-Marktes inzwischen bereits um etwa drei Mrd. Dollar gedämpft hat.

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