Erwartungen beim operativen Gewinn nicht ganz erfüllt
Daimler verspricht rosige Zukunft

Der Stuttgarter Autobauer Daimler rechnet trotz des hohen Euro-Kurses und der Abkühlung der Weltwirtschaft mit einem steigenden Gewinn in diesem Jahr. 2007 hat das Unternehmen beim operativen Gewinn zwar die Prognose von Konzernchef Zetsche übertroffen, die Erwartungen von Analysten aber nicht erfüllt.

HB STUTTGART. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) aus dem operativen Geschäft werde deutlich über dem Niveau des Jahres 2007 liegen, stellte Daimler am Donnerstag in Stuttgart in Aussicht. 2007 hatte das Ebit einschließlich aller Sondereffekte bei 8,7 Mrd. Euro gelegen. Damit wurde die Prognose von Konzernchef-Chef Dieter Zetsche übertroffen, der von mindestens 8,5 Mrd. Euro operativem Gewinn gesprochen hatte. Der Fahrzeugverkauf werde durch die gute Nachfrage in Schwellenländern Asiens und Osteuropas 2008 ebenfalls deutlich zunehmen, obwohl in den etablierten Märkten in Nordamerika und Europa keine Zuwächse zu erwarten seien. Der Umsatz werde deshalb in diesem Jahr nur moderat steigen.

Im Automobilgeschäft sei über die Markt- und Produktzyklen hinweg eine Umsatzrendite von durchschnittlich neun Prozent möglich, prognostizierte der Daimler -Vorstand. Zuversichtlich stimmen den Konzern vor allem die steigenden Renditen der Pkw- und der Lkw-Sparte. Bei Mercedes -Benz Cars solle vom Jahr 2010 an einen Rendite von zehn Prozent erwirtschaftet werden.

In dem um drei Viertel gestiegenen Ebit im vergangenen Jahr enthalten waren Belastungen aus dem mehrheitlichen Verkauf der US-Tochter Chrysler in Höhe von 2,2 Mrd. Euro und Erträge aus dem Verkauf von Anteilen an dem Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS. Analysten hatten aber im Schnitt mit einem um 500 Mill. Euro höheren Ebit gerechnet. Überrascht wurden die Finanzexperten von einer Abschreibung von 235 Mill. Euro wegen Verzögerungen beim Airbus -Transportflugzeug A400M, an dessen Muttergesellschaft EADS Daimler beteiligt ist. Auch für die Sanierung der verkauften US-Tochter Chrysler musste Daimler noch einmal mehr als 300 Mill. Euro in die Hand nehmen.

Unter dem Strich verbesserte Daimler den Gewinn 2007 auf 4,0 Mrd. von 3,8 Mrd. Euro im Jahr zuvor. Davon sollen auch Aktionäre und Mitarbeiter profitieren. Die Dividende soll auf zwei Euro je Aktie steigen, nachdem Daimler viele Jahre lang regelmäßig 1,50 Euro ausgeschüttet hatte. Die Mehrheit der deutschen Beschäftigten erhält für das zurückliegende Jahr einen Bonus von 3 750 Euro. 2006 waren nur 2 000 Euro gezahlt worden.

Mit hohen Barreserven im Rücken sieht sich der Konzern auch in der Lage, den Rückkauf eigener Aktien fortzusetzen. Die Rücklagen seien so umfangreich, dass auch nach dem Ende des laufenden Aktienrückkaufprogramms über rund 7,5 Mrd. Euro der Ankauf weiterer Anteile möglich sei.

Beim Umsatz machte Daimler im abgelaufenen Jahr keine großen Sprünge. Die Erlöse stagnierten bei 99,4 (2006: 99,2) Mrd. Euro. Dem Absatzzuwachs bei Pkw der Marken Mercedes -Benz, Smart und Maybach stand ein kräftiger Rückgang der Lkw-Verkaufszahlen gegenüber, da die Speditionen in Nordamerika und Japan vor der Einführung schärferer Abgasvorschriften 2006 neue Fahrzeuge angeschafft hatten. Die Zahl der Mitarbeiter ging im Vergleich zum Vorjahr von 274 042 auf 272 382 Beschäftigte zurück.

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