Erwartungen nicht erfüllt
Bilfinger prüft Rückzug aus den USA

Weg vom klassischen Baukonzern, hin zum Dienstleister: Bilfinger, die deutsche Nummer zwei im Baugeschäft, setzt auf die Konzernsparte mit dem größten Zuwachs. Gleichzeitig soll das von Pannen geprägte Geschäft in den USA aufgegeben werden. Zu neuen Ufern wird der Konzern danach jedoch erst einmal nicht aufbrechen.

MALMÖ. Deutschlands zweitgrößter Baukonzern Bilfinger Berger verabschiedet sich zunehmend aus dem Baugeschäft. Das Mannheimer Unternehmen, das sich selbst bereits „Multi Service Group“ nennt, will das lukrative Dienstleistungsgeschäft rund um Bau und Immobilien sowie mit der Wartung von Industrieanlagen stark ausbauen. Im Baugeschäft will sich der Konzern auf reife Baumärkte und ertragreiche Bauprojekte konzentrieren. „Wir haben uns Zurückhaltung verordnet, was neue Märkte angeht“, sagte Bilfinger-Chef Herbert Bodner Journalisten.

Aus den USA will er sich möglicherweise ganz zurückziehen, da das US-Baugeschäft die Erwartungen nicht erfülle. „Wir prüfen in den USA alle Optionen“, sagte Bodner. Dazu zähle auch der Ausstieg.

Während das Ergebnis der Bausparte zu wünschen übrig lässt, hat sich das Dienstleistungsgeschäft zum „Hauptwachstumsträger“ entwickelt. Bilfinger erwirtschaftet zwar nur etwa ein Drittel der Leistung von knapp acht Mrd. Euro mit Dienstleistungen, aber mit 123 Mill. Euro den Löwenanteil am operativen Ergebnis (Ebita) von 180 Mill. Euro. Daher will Bilfinger hier künftig verstärkt investieren und durch Übernahmen wachsen, plant aber keine „Riesenakquisition“. Erschlossen werden sollen neue Märkte wie Frankreich.

Analysten begrüßen die vorsichtige Vorgehensweise des Konzerns. „Mir gefällt die eher konservative Strategie von Bilfinger sehr gut,“ kommentiert Marc Nettelbeck, Analyst von der Landesbank Baden-Württemberg. Denn Baumärkte seien lokale Märkte. Entweder müsse man Mannschaften vor Ort haben oder lokale Unternehmen übernehmen. Da stießen Firmen oft schnell an ihre Kapazitätsgrenzen.

In den USA haben vor allem Pannen bei Großprojekten den deutschen Konzern stark zurückgeworfen. Bislang habe Bilfinger versucht, das Geschäft aus eigener Kraft anzuschieben, sagte Bodner. Übernahmen seien nicht gelungen. Bodner räumte ein, dass Bilfinger ursprünglich eine bedeutende Position in den USA aufbauen wollte. Das auf einzelne Projekte beschränkte Baugeschäft sei mit einem Volumen von schätzungsweise 50 Mill. Euro vergleichsweise klein. Konkurrent Hochtief ist in den USA mit der Tochter Turner unterwegs.

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