Erweiterte Produktpalette
Daimler und Nissan bauen Lkw-Allianz aus

Die Allianz zwischen Daimler und Nissan soll nun auch auf den Nutzfahrzeugbereich erweitert werden. Im Bereich der leichten Lkws wollen sich die Hersteller gegenseitig beliefern.
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StuttgartDer Autobauer Daimler und sein japanischer Partner Nissan weiten ihre Kooperation auf leichte Lkw aus und wollen sich in Japan gegenseitig mit diesen Fahrzeugen beliefern. Die japanische Daimler-Nutzfahrzeugtochter Fuso und Nissan kamen überein, ihre Fahrzeugpalette in dem umkämpften Markt um die leichten Lkw des Partners zu erweitern, wie Daimler am Freitag in Stuttgart mitteilte.

Fuso werde seinen Lkw Canter mit fünf Tonnen Gesamtgewicht an Nissan liefern, im Gegenzug liefere Nissan den etwas leichteren Lkw Atlas F24. Die Produktions- und Entwicklungskosten könnten dadurch künftig sinken. Über den Zeitplan und das Volumen der Lieferungen müsse aber noch im Detail verhandelt werden, teilte Daimler weiter mit.

Daimler und die französisch-japanische Allianz Renault -Nissan unterhalten eine strategische Partnerschaft und arbeiten bisher vor allem im Pkw-Geschäft sowie bei Motoren zusammen. Fuso galt lange als Sorgenkind in Daimlers Truck-Sparte, die vor allem im ertragsstarken Geschäft mit schweren Lkw Geld verdient. Gebeutelt durch jahrelang unterdrückte Rückrufe defekter Fahrzeuge, einen Stellenabbau und das Erdbeben in Japan im vergangenen Frühjahr kämpft sich Fuso inzwischen an das vorgegebene Margenziel von fünf Prozent heran. Fuso ist zu rund 90 Prozent im Besitz von Daimler.

Durch die geplante Kooperation mit Nissan könne Fuso Synergien nutzen und den Kunden ein breiteres Portfolio anbieten, sagte Unternehmenschef Albert Kirchmann. Außerhalb Japans wollen beide Fahrzeugbauer jedoch weiter getrennte Wege gehen, da vor allem in den Schwellenländern Asiens die Nachfrage nach Lkw und Transportern stark wächst. Japan gilt hingegen als weitgehend gesättigter Absatzmarkt, daher streben Fuso und die Konkurrenten Hino, Isuzu und Co. in neue Märkte, beispielsweise nach Südamerika, Südasien und Afrika. Bis Anfang 2015 will Fuso die Zahl der exportierten Fahrzeuge auf mehr als 200.000 Lkw und Busse verdoppeln.

Auch mit dem russischen Partner und Nutzfahrzeughersteller Kamaz vertieft Daimler - wie angekündigt - die seit 2008 bestehende Kooperation. Beide Unternehmen unterzeichneten am Freitag einen Lizenzvertrag über die Fertigung von Lkw-Fahrerhäusern. Mercedes-Benz liefere künftig die Kabine des Modells Axor an Kamaz, die Kamaz ab 2013 für die nächste Generation seiner Lkw einsetzen will. "Einmal mehr macht sich unser modularer Baukasten bezahlt", sagte Daimler Truck-Chef Andreas Renschler.

Der Manager will Daimler Trucks mit einer Plattform-Strategie aus möglichst vielen gleichen Bauteilen auf Rendite trimmen. Kamaz und Mercedes-Benz produzieren bereits gemeinsam Lkw für den russischen Markt. Langfristig könnten mehr als 20.000 Fahrzeuge verkauft werden, die mit der Mercedes-Benz-Kabine ausgestattet seien, prognostizierte Daimler.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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