Erweiterung
ZF baut Standorte in Osteuropa aus

Der Autozulieferer ZF Friedichshafen errichtet eine Fabrik in der Slowakei, übernimmt ein tschechisches Ingenieur-Unternehmen und plant darüber hinaus ein weiteres russisches Werk. Als Zulieferer folgt das Unternehmen damit seinen Kunden ins boomende Osteuropa.

STUTTGART. Der neue Vorstandschef von ZF Friedrichshafen, Hans-Georg Härter, setzt einen ersten Akzent und forciert den Ausbau des Osteuropa-Geschäfts. „Schon heute folgen asiatische Zulieferer Herstellern wie Hyundai nach Osteuropa. Verhindern können wir das nicht. Wenn wir da nicht gegenhalten, verlieren wir morgen unser Geschäft vor Ort und übermorgen in Deutschland“, befürchtet Härter, der seit einem halben Jahr die ZF-Geschäfte führt. Analysten sehen den zunehmenden Preisdruck der Hersteller als Hauptgrund für die zunehmenden Produktionsverlagerungen in der Zulieferindustrie.

In diesem Jahr investiert der hinter Bosch und Continental drittgrößte deutsche Autozulieferer 99 Mill. Euro in Osteuropa. In den kommenden drei Jahren kommen noch einmal 120 Mill. Euro hinzu. Der Konzern reagiert damit auch auf den in den kommenden drei Jahren erwarteten Anstieg der Autoproduktion in Osteuropa von heute 2,6 auf vier Millionen Fahrzeuge.

In der Slowakei baut ZF ein neues Werk für Standardkomponenten in Levice. Innerhalb von fünf Jahren wird die Belegschaft auf 1 150 Beschäftigte aufgestockt. Von Levice sollen alle europäischen Hersteller mit Antriebs- und Fahrwerkskomponenten beliefert werden. Nach Investitionen von 70 Mill. Euro ist bis 2011 ein Umsatz von 150 Mill. Euro geplant. Levice wird nach Trnava bei Bratislava der zweite große Standort von ZF in der Slowakei. Darüber hinaus hat ZF den Standort im ungarischen Eger auf über 1 000 Beschäftigte ausgebaut. Hier werden mechanische Schaltgetriebe und Lenkungen mit einem Umsatzvolumen von insgesamt 260 Mill. Euro hergestellt.

In Russland baut ZF die Partnerschaft mit dem LKW-Hersteller Kamaz weiter aus. Der Joint-Venture-Partner hat auf die eigene Getriebefertigung verzichtet. Künftig baut ZF bei Kamaz jährlich 75 000 Getriebe mit einem Umsatzvolumen von fast 200 Mill. Euro. Bis zum Jahr 2010 sollen die Erlöse in Osteuropa auf 700 Mill. Euro ansteigen und sich der Umsatzanteil damit von derzeit drei auf sechs Prozent verdoppeln. Zudem steht in Russland die Entschscheidung für ein neues Werk bevor.

Es geht längst nicht mehr nur um Fertigung. ZF hat jetzt das tschechisches Ingenieurbüro Value Engineering Services in Pilsen mit 60 Beschäftigten übernommen. Das Unternehmen soll auf 150 Beschäftigte aufgestockt werden und Aufträge für Elektronik, Software und Prototypenbau übernehmen und zu einem wichtigen Baustein in der Entwicklungsstrategie von ZF aufgebaut werden. „Wir müssen unsere Entwicklungskapazitäten marktnah ausbauen“, betont der ZF-Chef. In Pilsen bilden die dortige Universität viele Ingenieure aus. Soweit östlich wie Konkurrent Continental, der 200 Ingenieure in Rumänien für den Konzern entwickeln lässt, will Härter in Europa nicht gehen. Das Unternehmen vom Bodensee verfügt bereits über Entwicklungskapazitäten in den USA, Brasilien, China und Japan. ZF gehört bislang zu den großen deutschen Industrieunternehmen mit einer relativ hohen heimischen Fertigung. Rund 60 Prozent der insgesamt 55 000 Beschäftigten arbeiten hierzulande.

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