Erwerb der Roche-Sparte zahlt sich aus
Chemiekonzern DSM steigert Gewinn

Mit einem überraschend starken Halbjahresergebnis hat der niederländische Spezialchemiekonzern DSM NV das Interesse der Anleger auf die Chemie gelenkt. Offensichtlich gelingt es dem Konzern, sich den Wachstumsschwierigkeiten der Branche in Europa zu entziehen.

abo DÜSSELDORF. Das gilt vor allem auch für das im vergangenen Jahr vom Schweizer Pharmakonzern Roche AG übernommene Geschäft mit Vitaminen und Lebensmittelzusätzen. Es wird seinen geplanten Gewinnbeitrag im Gesamtjahr voraussichtlich erheblich übertreffen.

„Kritiker haben uns damals vorgeworfen, die Akquisition sei mit 1,75 Mrd. Euro zu teuer gewesen, aber wir haben die für 2006 geplante Rendite dieses Geschäftes von 18 Prozent jetzt schon erreicht“, sagte Finanzchef Henk van Dalen dem Handelsblatt. Die Vitamin- und Lebensmitttelsparte werde 2004 unverhoffte 150 Mill. Euro Gewinnbeitrag liefern, womöglich sogar 180 Mill. Euro.

Van Dalen räumte ein, dass die Erlöse mit einfachen Vitaminen und Lebensmittelzusätzen unter starkem Preisdruck chinesischer Wettbewerber stünden. „Aber schon Roche hat begonnen, komplexere Produkte zu entwickeln, bei denen wir am Markt vorne sind“, sagte van Dalen. Außerdem trügen Sparmaßnahmen Früchte, die DSM nach dem Erwerb der Sparte eingeleitet habe.

Dabei vernachlässigt DSM die Industriechemie nicht. Der Konzern schaut sich nach einer Verstärkung bei technischen Kunststoffen oder Harzen um. Dafür will DSM van Dalen zufolge 500 Mill. Euro ausgeben.

DSM steigerte seinen Halbjahresumsatz gegenüber dem Vorjahr um 35 Prozent auf 3,8 Mrd. Euro und zog daraus mit 243 Mill. Euro ein 38 Prozent höheres Betriebsergebnis. Der Reingewinn des Konzerns fiel mit 176 Mill. Euro ein Viertel höher aus als in dem von Dalen als mäßig bezeichneten Vergleichszeitraum 2003.

„Die Ergebnisse von DSM lagen weit über den Markterwartungen und unseren Schätzungen“, sagt Chemieanalystin Silke Stegemann von der Landesbank Rheinland. Die Bank stufte die Aktie auf „Outperformer“ hoch und setzte das Kursziel auf 50 Euro herauf. Auch bei Merrill Lynch gibt man sich überzeugt, dass angesichts der Halbjahreszahlen die Skepsis der Investoren wohl weichen werde. Bis zum Nachmittag stieg die Aktie an der Euronext Amsterdam um 2,2 Prozent auf 40,83 Euro.

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