Es entstehen Entwicklungszentrum und neue Fabrik
Chemiekonzern Lanxess expandiert in China

Deutschlands viertgrößter Chemiekonzern, die Lanxess AG, will in den kommenden Jahren stark in China expandieren und Millionen in seine chinesischen Standorte investieren. So soll nahe Schanghai in der Stadt Wuxi für 20 Mill. Euro eine neue Fabrik entstehen.

PEKING. Deutschlands viertgrößter Chemiekonzern, die Lanxess AG, will in den kommenden Jahren stark in China expandieren und Millionen in seine chinesischen Standorte investieren. So soll nahe Schanghai in der Stadt Wuxi für 20 Mill. Euro eine neue Fabrik entstehen, in der bereits ab Frühjahr 2006 Spezial-Plastikprodukte hergestellt werden können. Weitere Werke würden folgen, sagte Lanxess-Vorstandsvorsitzender Axel Heitmann dem Handelsblatt: "Wir haben bereits sechs Projekte in China und werden diese weiter ausbauen." Der Anteil des profitablen China-Geschäfts am Konzernumsatz von derzeit 15 Prozent solle deutlich steigen.

Die neue Fabrik in Wuxi soll jährlich rund 20 000 Tonnen eines Plastikgranulats produzieren, das etwa für den Komponentenbau von Zulieferern in der Auto- und Elektronikindustrie benötigt wird. In ihr entstehen 100 neue Arbeitsplätze. Außerdem wird ein Entwicklungszentrum für fünf Mill. Euro von Singapur nach Schanghai verlagert.

Das erst Anfang des Jahres durch Abspaltung vom Bayer-Konzern entstandene Chemieunternehmen hatte vor wenigen Wochen bei der Umstrukturierung seines Geschäfts einen deutlichen Personalabbau beschlossen. Heitmann kündigte zudem in Schanghai eine "zweite Welle" der Sanierung an: Anfang kommenden Jahres solle genaueres bekannt gegeben werden. Betroffen seien dabei nur Standorte außerhalb Deutschlands. Im Gesamtjahr werde Lanxess das Ebitda-Ergebis bereits "um mehr als zehn Prozent" steigern.

"Die Nachfrage nach High-Tech-Plastik wächst in China jedes Jahr zweistellig", begründet Konzernchef Heitmann das neue Werk in Fernost. Lanxess wolle dieses Geschäft in China bis 2010 mehr als verdoppeln. Das Unternehmen folgt damit dem Kurs der gesamten Branche. BASF, Bayer und Degussa haben dort ihre weltweit größten Investitionen gestartet. Die niederländische DSM konzentriert momentan ihre Antibiotika-Produktion in dem Land.

In der boomenden Wirtschaftsnation besteht eine große Nachfrage nach Plastik, Gummi und Chemikalien. Bei Lanxess geht man davon aus, dass China bereits in drei Jahren Japan als größten Abnehmer in Asien ablösen wird. Mit der Expansion in China "bestätigen wir, dass wir trotz Kostensenkungen unsere profitablen Wachstumsbereiche weiter ausbauen werden", so Heitmann. Diese Strategie stößt bei den Investoren bislang auf Zustimmung. Der Aktienkurs hat seit der Erstnotierung um ein Drittel zugelegt.

Allerdings kritisieren Aktionärsvertreter in Deutschland, dass Lanxess immer mehr Umsatz im Ausland macht. Der Anteil liegt bei 75 Prozent - Tendenz steigend. Lanxess hat in China bislang jedoch nur 540 Mitarbeiter, in Deutschland sind es noch immer knapp 10 000 Beschäftigte.

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