Es werden zuviele Ski auf den Markt geworfen
Skihersteller auf schwieriger Piste

Zuletzt hat es Blizzard erwischt: Der italienische Sportkonzern Tecnica (Skimarke „Nordica“) hat diesen Herbst den mittelständischen österreichischen Skihersteller gekauft. Blizzard ist damit das jüngste Opfer der Übernahmewelle in der Wintersportindustrie.

MÜNCHEN. Experten sind überzeugt, dass der Trend angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Lage vieler Anbieter anhält. „Ich gehe davon aus, dass es nächstes Jahr zu weiteren Konsolidierungsschritten in der Branche kommen wird“, sagt Christoph Bronder, Chef des bayerischen Skiproduzenten Völkl, im Gespräch mit dem Handelsblatt.

Der Manager weiß nur zu gut, wovon er spricht. Denn auch Völkl gehört längst zu einem Konzern: Die Firma aus dem niederbayerischen Straubing ist Teil des amerikanischen Sportartikelproduzenten K2.

Auch andere große Skimarken haben in den vergangenen Jahren den Besitzer gewechselt. Die finnische Amer-Group, Eigentümer der Skimarke Atomic, hat von Adidas den angeschlagenen französischen Produzenten Salomon gekauft. Der strauchelnde Weltmarktführer Rossignol schlüpfte unter das Dach des US-Sportmodekonzerns Quiksilver.

Dass immer mehr Skianbieter geschluckt werden, ist die Folge einer seit Jahren schwierigen Entwicklung im Geschäft mit Wintersport-Ausrüstung. Völkl-Chef Bronder: „Einige Wettbewerber sind immer noch angeschlagen. Es werden zu viele Ski auf den Markt geworfen. Das drückt die Preise.“ Da der Markt weltweit seit Jahren stagniert, ist der Konkurrenzkampf zwischen den Skianbietern enorm. Dazu kommt, dass auch der Sporthandel mit dem Rücken zur Wand steht. Schon lange bevor der erste Schnee gefallen ist, setzen die Händler den Rotstift an. Ohne einen kräftigen Investor im Rücken halten selbst große Skifirmen wie die französische Rossignol – jahrelang die Nummer eins bei Abfahrtskiern – dem Margendruck nicht mehr stand.

Die Vorteile größerer Einheiten liegen auf der Hand: Auf der einen Seite steigt die Verhandlungsmacht gegenüber dem Handel. Doch auch intern gibt es Vorteile: „ Synergie-Effekte ergeben sich im Einkauf und in der Fertigung“, teilte Blizzard nach der Akquisition durch Tecnica mit. Damit sinken die Kosten der oft verlustreichen Skifirmen. So können Blizzard und Nordica ihre Produktion jetzt bündeln und nach außen vergebene Aufträge zurück holen.

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