Escada
„Eine Männerkollektion würde gut passen“

Escada steckt mitten im Überlebenskampf. Im Gespräch mit dem Handelsblatt sagt Vorstandschef Bruno Sälzer, wie knapp der Modekonzern vor dem Aus steht. Außerdem spricht Sälzer erstmals über seine Strategie für die Zeit nach der Sanierung.

Herr Sälzer, als Sie vergangenen Sommer Chef von Escada wurden, da haben Sie für rund drei Millionen Euro Aktien des Unternehmens gekauft. Der Preis: acht Euro. Inzwischen notiert das Papier bei unter drei Euro. Ein schlechtes Investment.

Ich habe damals geglaubt, dass wir ESCADA wieder aufrichten können, und bin jetzt auch noch davon überzeugt. Aber klar, bisher habe ich eine Menge Geld verloren. Ich sehe mich eher als ein Mann der Mode und nicht als kurzfristiger Spekulant. Bis ich zu Escada kam, kannte ich doch von Banken gerade mal meinen Berater von der Kreissparkasse (lacht).

Das dürfte sich inzwischen radikal geändert haben. Sie kämpfen darum, Escada vor der Insolvenz zu bewahren: Bis Juli müssen Sie eine Kapitalerhöhung durchziehen, die Anleihe kürzen und neue Kredite aushandeln.

Das Hauptthema ist die Anleihe. Damit steht und fällt unser gesamter finanzieller Rettungsplan. Nur wenn die Besitzer auf einen Teil der 200 Millionen Euro verzichten, die 2012 fällig werden, können wir überleben. In rund drei Wochen wollen wir den Gläubigern unser Angebot vorlegen.

Die Investoren haben doch gar keine andere Wahl, als einzuwilligen. Sonst geht Escada pleite.

Das stimmt, aber wir können nicht sicher sein, dass alle Investoren das verstehen. Die Anleihe notiert heute bei weniger als 30 Prozent ihres ursprünglichen Wertes. Unser Angebot wird vermutlich darüber liegen, also ist es attraktiv. Wir haben aber ein Problem, wenn ein Investor den 100 Prozent hinterher trauert und deshalb unsere Offerte ablehnt.

Wie wollen Sie die Gläubiger überzeugen?

Die institutionellen Investoren sind eher erreichbar. Sie haben den Wert der Anleihe bereits abgeschrieben und müssten deshalb unser Angebot eigentlich annehmen. Die privaten Anleger sind vermutlich der Unsicherheitsfaktor. Um sie zu erreichen, müssen wir mächtig trommeln.

Haben Sie keine Angst vor Zockern, die auf eine Insolvenz spekulieren?

In der Tat, das ist eine Gefahr. Unsere Marke ist so viel wert, dass mancher auf einen Verkauf in der Insolvenz setzen könnte. Aber da müsste er dann jahrelang auf sein Geld warten. Und es ist höchst unsicher, wie viel am Schluss heraus kommt.

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