Escada
Kommentar: Letzter Fetzen

Der Tchibo-Eigner Michael Herz steigt mit dem Ex-Boss-Chef Bruno Sälzer bei Escada ein – für den Modekonzern ist das der letzte Fetzen Hoffnung. Escada ist bis heute die einzige deutsche Modemarke, die es in die erste internationale Luxusliga geschafft hat. Doch der Glanz der stilbildenden Goldknöpfchen ist verblasst.

In den 1a-Lagen wie der 5th Avenue oder Edelkaufhäusern wie Neiman Marcus hängen die Kollektionen zwar – noch. Escada steht aber kurz vor dem Rausschmiss. Eine Auslistung wäre für die Marke eine Katastrophe, da sie danach mindestens zwei, drei Saisons braucht, um wieder aufgenommen zu werden. In dieser Zeit würde nicht nur der Umsatz einbrechen, Escada würde in Vergessenheit geraten.

Kein Wunder also, dass Sälzer bereits zum 1. Juli antreten soll. Knapp eine Woche später ist am Firmensitz in München Kollektionsübergabe. Die seit Jahren mit Escada schwer geprüften Einzelhändler neu zu begeistern und zu überzeugen, Escada noch mal eine Chance zu geben, wird seine erste schwere Prüfung sein.

Und dann wird die Arbeit erst richtig losgehen. Die Abläufe bei Escada sind veraltet. Ein IT-System, das die Prozesskette vom Entwurf bis zur Ladentheke steuert, muss installiert werden. Kein Wunder also, dass Sälzer seinen früheren Logistikvorstand von Hugo Boss mitbringt. Werner Lackas hatte mit einem solchen SAP-System bei Hugo Boss den Grundstein für den Erfolg gelegt.

Sälzer widmet sich mit Escada zwar einer kleineren Marke als Hugo Boss, die Aufgabe ist jedoch eine größere. Dass es nicht reicht, aus gutem Hause zu kommen und auf Berater zu vertrauen, hat sein Vorgänger bewiesen: Der Franzose Jean-Marc Loubier kam vom weltgrößten Luxusgüterkonzern LVMH.

Tanja Kewes
Tanja Kewes
Handelsblatt / Chefreporterin
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