Escada-Verkauf
Freudentränen und Kritik nach Mittal-Übernahme

Der insolvente Damenmodehersteller Escada wird an die Familie des indischen Stahlmagnaten Lakshmi Mittal verkauft. Vor allem die 33-jährige Schwiegertochter des Unternehmens soll den Kauf vorangetrieben haben - und jetzt die Führung im Konzern übernehmen. Das freut die Beschäftigten, ruft aber auch Kritiker auf den Plan.
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fas/HB MÜNCHEN. Escada-Chef Bruno Sälzer nahm Megha Mittal, Schwiegertochter des einflussreichen indischen Stahlunternehmers Lakshmi Mittal, heute Morgen persönlich in Empfang. "Frau Mittal ging heute morgen erst einmal shoppen", sagte der sichtlich gut gelaunte Escada-Chef. "Sie hat Stücke aus der neuen Kollektion gekauft und natürlich den normalen Mitarbeiterrabatt bekommen", so Sälzer. Anschließend habe Magwa Mittal eine bewegende Ansprache an die Mitarbeiter gehalten. "Es gab Freudentränen unter den Beschäftigten", sagte ein Beteiligter.

"Frau Mittal ist das ideale Gesicht für Escada", sagte Sälzer. Megha Mittal sein ein ganzes Jahr auf der Suche nach einem Modeunternehmen gewesen. Kurz nach der Escada-Pleite im August nahm Sälzer Kontakt zu der Schwiegertochter des indischen Stahlmagnaten auf. Anschließend folgten "nervenaufreibende" Wochen, sagte Insolvenzverwalter Christian Gerlaff.

Als vergangenen Mittwoch die endgültigen Angebote in seiner Kanzlei abgeliefert werden sollten, tauchte die Unternehmerin persönlich auf. "Das Unternehmen hat jetzt die Chance zu einer neuen Blüte". Neben dem Kaufpreis soll Investitionen in zweistelliger Millionenhöhe zugesagt worden sein.

Einige Mitarbeiter weinten Freudentränen als sich die neue Eigentümerin bei ihnen vorstellte. Die Inderin Megha Mittal wurde mit großem Jubel bei der Mitarbeiterversammlung empfangen. "Es war eine sehr emotionale Veranstaltung", erinnert sich Betriebsratschefin Ursula Dreyer.

Gestern Abend hatte Insolvenzverwalter Christian Gerloff nach einem wochenlangen Bietergefecht die Entscheidung bekanntgegeben. Die 33-jährige Mittal, Mutter von zwei Kindern und früher für die US-Investmentbank Goldman Sachs tätig, unterstreiche damit ihr Interesse an der Modebranche, so Vertraute.

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  • Für die Anleihegläubiger ist die Schnelligkeit auch ein bisschen verdächtig, zumal Herr Gerloff keinen Preis nennt. Da er aber von einem attraktiven Verhandlungsergebnis für die Gläubiger spricht, kann er ja eigentlich nicht ernsthaft unter den Herrn Ley zugeschriebenen 70 Mio liegen, wenn er sich mit der Aussage nicht über die Gläubiger lustig machen wollte. Sollte er das nicht erreicht haben, müsste er seine Aussage lieber korrigieren und sich auf das sichere Verhandlungsergebnis beschränken.

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