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Essen Motor Show: Auto-Tuner trotzen der Branchenkrise

Von wegen Krisenstimmung in der Autobranche. Die Essen Motor Show hat am Eröffnungswochenende rund 115 000 Besucher angelockt, 5 000 mehr als im Vorjahr. "Die Leute lassen sich die Lust am Auto nicht nehmen", sagt Messe-Geschäftsführer Egon Galinnis. In der Tuning-Branche trotzen viele Unternehmen der Finanzkrise oder profitieren sogar davon.

Eine der großen Attraktionen auf der Essen Motor Show: der Tesla Roadster. Foto: Reuters Quelle: Reuters
Eine der großen Attraktionen auf der Essen Motor Show: der Tesla Roadster. Foto: Reuters Quelle: Reuters

ESSEN. Auf Hochglanz polierte Autos im gleißenden Licht, zum Teil eingerahmt von leicht bekleideten Damen, wummernde Bässe von einem Ausstellerstand, laute, treibende Musik von einem anderen: Am Samstag hat die Essen Motor Show für Serienautos, Tuning, Oldtimer & Classics und Motorsport ihre Pforten geöffnet. 350 000 Besucher erwarten die Organisatoren bis am 7. Dezember. Die kommen, sind Menschen, für die das Auto einen sehr hohen Stellenwert hat und die in aller Regel bereit sind auch ordentlich Geld dafür auszugeben.

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Diese Besucherzahl entspräche der des Vorjahres. Das gilt auch für die Zahl der Aussteller, die bei 550 liegt. Und bei denen herrscht trotz der miesen Stimmung bei den Autoherstellern, die voll von der Finanzkrise getroffen werden, "verhaltener Optimismus", wie Harald Schmidtke, Geschäftsführer des Verbands der Automobil Tuner (VDAT), es formuliert. Er spricht für eine Branche, die im Rekordjahr 2007 unter Berücksichtigung der Werkbereiche bei den Herstellern, wie Quattro bei Audi, 4,6 Mrd. Euro umgesetzt hat.

So sagt Martin Hegenberger, Geschäftsführer des Opel-Tuners Lexmaul: "Die Opel-Krise geht spurlos an uns vorbei. Wir hoffen für 2009 auf eine für uns positive Entwicklung." Zwar seien die Kunden des Zehn-Mann-Betriebs aus dem hessischen Rödermark schon das komplette laufende Jahr über etwas verhalten, der Umsatz deshalb gegenüber 2007 leicht rückläufig. Doch die um sich greifende Krisenstimmung, eröffne auch neue Möglichkeiten. "Viele Autos werden länger gefahren."

Und damit steige die Chance, dass der jeweilige Fahrzeughalter noch mal richtig Geld in seinen Wagen stecke. Wer bei Lexmaul für knapp 1 000 Euro eine Programmiereinheit zur elektronischen Leistungssteigerung kauft, mit der sich etwa ein Auto mit ursprünglich 264 PS auf 312 PS trimmen lässt, der erhält darauf sechs Jahre Garantie. "Wir wollen dem Kunden signalisieren, dass er auf der sicheren Seite ist, jetzt wo er den Wagen länger fährt."

Abt Sportsline, spezialisiert auf Autos des Volkswagen-Konzerns, hat seit einem Vierteljahr Pakete "zur Veredelung älterer Wagen" im Angebot, die analoge Garantien zu denen des Herstellers für eine Dauer von bis zu acht Jahren einschließen. "Das schlägt voll ein", sagt Sprecher Florian Büngener. Vor allem Händler werten so ihre Gebrauchten auf, um sie attraktiver für die Kunden zu machen. Das Unternehmen aus Kempten im Allgäu reagiert auf die Gefahr, dass der Markt für Neuwagen einbricht, indem "wir Lebenszyklen verlängern". Die Zukunft sieht Büngener im so genannten Downsizing: "Wir stellen einen Scirocco mit 1,4-Liter-Motor so ein, dass er die gleiche Leistung wie das Modell mit dem 2-Liter-Motor bringt und das zu einem insgesamt geringeren Preis und mit geringerem Verbrauch."

VDAT-Geschäftsführer Schmidtke nennt zwei für die Branche positive Punkte. Auch die schon im Markt befindlichen Fahrzeuge seien relevant, Probleme in Deutschland ließen sich in anderen Regionen ausgleichen, weil "die Toptuner weltweit aufgestellt sind".

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