Essent-Übernahme
RWE nimmt weitere Hürde in Niederlanden

RWE steht kurz vor der Übernahme des niederländischen Versorgers Essent. Die niederländische Wirtschaftsministerin Maria van der Hoeven hat den Kauf nach monatelanger Prüfung trotz Bedenken gebilligt. Nun muss noch die EU-Kommission überzeugt werden.

DÜSSELDORF. RWE hat bei der Übernahme des niederländischen Versorgers Essent die nächste Hürde übersprungen: Die niederländische Wirtschaftsministerin Maria van der Hoeven billigte die von der Essent-Führung geplante Abspaltung des Übertragungsnetzes in die neue Tochtergesellschaft Enexis.

RWE bietet rund neun Mrd. Euro für den größten Energiekonzern des Nachbarlandes, will dabei aber nur das Vertriebs- und Erzeugungsgeschäft übernehmen. Enexis soll dagegen weiter im Besitz der öffentlichen Hand bleiben.

Van der Hoeven hatte die Pläne zur Abspaltung des Netzes monatelange geprüft. Sie steht der Übernahme skeptisch gegenüber, weil RWE selbst sein deutsches Stromnetz behält. Die Ministerin hätte die Transaktion verzögern können, wenn sie die Pläne jetzt nicht gebilligt hätte. In Branchenkreisen war ein längerer Rechtsstreit befürchtet worden. Letztlich gab van der Hoeven aber ihren Widerstand auf.

Um die Finanzkraft der neuen Gesellschaft zu stärken, wird Essent deren Eigenkapital um 350 Mio. Euro erhöhen. Die künftigen Anteilseigener von Enexis sicherten der Regierung zudem zu, sich in den kommenden Jahren mit bescheidenden Dividenden zufrieden zu geben.

Nachdem die Netzabspaltung gebilligt wurde, wollte gestern auch noch die Regierung der Provinz Nord-Brabant den Verkauf ihres 30,8-Prozent-Paketes besiegeln. RWE hat sich damit wie gewünscht schon über 80 Prozent der Essent-Aktien gesichert.

Die letzte große Hürde steht damit nur noch in Brüssel, wo die EU-Kommission prüft, ob die Fusion gegen das Kartellrecht verstößt. RWE und Essent selbst haben bereits angekündigt, Essents Beteiligung an den Bremer Stadtwerken, der SWB AG, zu verkaufen, um Bedenken auf dem deutschen Markt auszuräumen. Eventuell wird die EU-Kommission aber auch noch in den Niederlanden von den beiden Unternehmen Zugeständnisse verlangen.

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