Etappensieg für Merck & Co.
Vioxx-Fall wird neu aufgerollt

Der US-Pharmakonzern Merck & Co. hat in einem Schadenersatz-Fall um sein Schmerzmittel Vioxx aus Sicht eines Richters zu viel Schadenersatz gezahlt. Das Verfahren müsse daher neu aufgerollt werden, teilte US-Richter Judge Eldon Fallon am Mittwoch mit.

dpa-afx NEW ORLEANS. Merck sollte einem Mann, der nach Einnahme von Vioxx im Jahr 2002 einen Herzanfall erlitten hatte, rund 50 Mill. Dollar Schadenersatz zahlen.

Dieser Gerichtsspruch betrifft aber nicht das am 17. August gefällte Urteil, dass Merck für den Herzanfall von Gerald Barnett haftbar gemacht werden könne, da der US-Konzern nicht vor dem erhöhten Vioxx-Risiko gewarnt und solche Risiken verschwiegen habe. Barnetts Anwalt Mark Robinson sagte, er habe von dem neuen Urteil noch keine Kenntnis. Daher wolle er keine Stellung dazu nehmen und außerdem erst mit dem 62-jährigen Barnett reden. Merck war für einen Kommentar zunächst nicht zu erreichen.

Die im US-Leitindex Dow Jones notierte Merck-Aktie profitierte am Mittwochabend nicht nachhaltig von der aktuellen Richterentscheidung. Zuletzt stand der Titel mit 0,27 Prozent im Plus bei 41,00 Dollar - zuvor war er bis auf ein Hoch bei 41,25 Dollar geklettert. Die Kursveränderung ist bereinigt um einen Dividendenabschlag von 0,38 Dollar je Aktie.

Richter Fallon schrieb, dass Barnetts Arztrechnungen, seine Schmerzen und sein Leiden legitime Gründe für ein Schmerzensgeld seien. Der Mann sei aber im Ruhestand, daher gebe es auch keinen Lohnausfall. Zudem scheine Barrett zwar nicht mehr so viel Energie zu haben, aber habe viele seiner täglichen Aktivitäten wieder aufgenommen. Der Richter schrieb, dass Barnetts Lebenserwartung wegen der Erkrankung nun um neun bis zehn Jahre gesunken sein könnte.

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