EU-Abgasvorschriften
Auch Renault und Peugeot wollen Aufschub

Der Streit um die strengeren EU-Abgasvorschriften geht weiter: Auch Frankreichs Autobauer wollen die Einführung der neuen Regeln hinauszögern. Italien versucht indes, einen bereits ausgehandelten Kompromiss durchsetzen.
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Brüssel/HamburgIm Kampf für einen Aufschub bei den strengeren EU-Abgasvorschriften erhält Deutschland offenbar Unterstützung von den französischen Autobauern. Renault und Peugeot hätten sich dem deutschen Vorschlag angeschlossen, die Einführung schärferer Klimaschutzregeln ab 2020 über vier Jahre zu strecken, verlautete am Freitag aus französischen Regierungskreisen.

Die beiden mit Daimler und der GM -Tochter Opel verbundenen französischen Hersteller würden damit ihrer eigenen Regierung in den Rücken fallen, die eine Aufweichung der CO2-Regeln bisher ablehnt. Die Bundesregierung hatte vorgeschlagen, dass der Durchschnittwert von 95 Gramm Kohlendioxid im Jahr 2020 noch nicht für die gesamte Flotte eines Autobauers gelten soll, sondern für 80 Prozent. Schrittweise soll der Wert dann im Jahr 2024 auf 100 Prozent steigen. Das geht aus einem deutschen Vorschlag hervor, der in Verhandlungskreisen kursiert. "Wir wissen noch nicht, wie sich die französische Regierung verhalten wird", hieß es in Regierungskreisen in Berlin.

Bei den französischen Herstellern gab es kürzlich offenbar einen Sinneswandel. "Wir wissen seit vergangener Woche von der gemeinsamen Haltung der Autobauer", sagte ein französischer Regierungsvertreter. Peugeot und Renault hatten zuvor keine Einwände gegen die strengeren Regeln geltend gemacht. Eine mit den Beratungen vertraute Person aus der Branche sagte, denkbar sei, den Herstellern einen mehrjährigen Übergang zum Erreichen der Grenzwerte zu erlauben.

Die enge Zusammenarbeit zwischen den Unternehmen könnten einen Hinweis auf den Meinungsumschwung der beiden französischen Autobauer geben. Renault und sein japanischer Partner Nissan entwickeln Motoren mit Daimler und nutzen gemeinsame Fahrzeugarchitekturen. Peugeot hofft auf die Fortsetzung seiner Zusammenarbeit mit BMW im Motorenbereich und entwickelt Fahrzeuge gemeinsam mit der GM-Tochter Opel.

Die Bundesregierung versucht derzeit, EU-Länder hinter sich zu versammeln, um im Sinne der deutschen Automobilindustrie einen Aufschub bei den CO2-Vorgaben zu erreichen. Bisher stehen Tschechien, Ungarn und die Slowakei nach Angaben eines EU-Diplomaten auf ihrer Seite, während sich vor allem Italien für den im Juni vereinbarten EU-Kompromiss starkmache. Der italienische Kleinwagenspezialist Fiat hat weniger Probleme, die schärferen Abgasvorgaben zu erreichen, als Hersteller größerer und leistungsstärkerer Autos wie BMW und Daimler.

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  • Die EU-Pläne ignorieren, speziell was Elektro-, Wasserstoff- und Hybridfahrzeuge (darunter besonders Erdgasbetriebener) betrifft, die dafür notwendige Infrastruktur, die allen EU-Ländern aufzubauen wäre. Insofern sind die Pläne bar jeder Realität. Geschweige denn, mit welchen gigantischen finanziellen Mitteln diese Infrastruktur unter der gegenwärtigen Krise in der EU geschaffen werden soll.

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