EU-Apotheken
Gericht prüft Medikamenten-Rabatte

Manche Medikamente sind im Ausland billiger als hierzulande. Der Bundesgerichtshof will nun klären, ob deutsche Kunden verschreibungspflichtige Mittel in anderen Ländern bestellen und in Deutschland abholen dürfen.
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KarlsruheDer Bundesgerichtshof will sein noch ausstehendes Urteil über Rabatte für preisgebundene Medikamente im Januar verkünden. Das teilte das Gericht am Donnerstag mit. Die Richter wollen klären, ob deutsche Kunden verschreibungspflichtige Mittel dann billiger erhalten dürfen, wenn sie ihr im Ausland bestelltes Medikament in einer deutschen Apotheke abholen.

Konkret geht es um die Klage der Wettbewerbszentrale gegen drei Apotheken in Nordrhein-Westfalen, die ihren Kunden in Kooperation mit der niederländischen Montanus-Apotheke Rabatte auf verschreibungspflichtige Mittel angeboten hatten. Der Kunde konnte die Arznei dann entweder in den Niederlanden oder in der deutschen Apotheke abholen. Die Apotheken wollten sich nicht dazu äußern, ob das Modell noch existiert. Montanus hatte sein „Vorteil24“ -Angebot mit den Linda-Apotheken letztes Jahr eingestellt.

Mehrere Verfahren über die Frage, ob Versandapotheken anderer EU-Staaten deutschen Kunden Rabatte auf preisgebundene Arzneien gewähren dürfen, wurden beim BGH am Mittwoch eingestellt. Grund ist eine Gesetzesänderung von 2012, die derartige Boni mittlerweile verbietet.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Überall gibt es Wettbewerb. Warum hier nicht? Die Unternehmer produzieren dort, wo es am billigsten ist. Also muß ich meine Arznei dort kaufen können, wo es am billigsten ist. Hält auch die Kosten für die Kasse niedrig.

    Mit einer Positivliste liessen sich die Kosten für Arzneimittel noch mehr senken. Deutschland hat nahe 40000 Arzneimittel, Frankreich nicht mehr als 3000. Von einem Massensterben dort ist mir nichts bekann!

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