EU-Beschluss
Bienenretter machen Bayer zu schaffen

Um Bienen zu schützen, verbietet die EU bestimmte Pestizide. Der Chemie-Riese Bayer kritisiert den Entschluss - er befürchtet einen Umsatzrückgang. Dabei wird für den Konzern gerade die Agrar-Sparte immer wichtiger.
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LeverkusenDer Chemie-Riese Bayer rechnet wegen eines EU-Beschlusses zum Schutz von Bienen ab 2014 mit weniger Umsatz. Weil es immer weniger Bienen gibt, hatte die EU am Montag entschieden, den Einsatz von drei Nervengiften für den Anbau von Mais, Sonnenblumen, Raps und Baumwolle ab Dezember zu verbieten. Der Agrar-Teilkonzern Bayer Crop Science produziert Pflanzenschutzmittel mit zwei der Gifte. Das Unternehmen werde etwa ein Prozent Umsatz einbüßen, sagte Unternehmenssprecher Richard Breum am Dienstag. Das sind rund 80 Millionen Euro.

Die Agrar-Sparte wird für Bayer immer wichtiger. Im ersten Quartal stieg das Ergebnis vor Zinsen und Steuern in diesem Bereich um fast 13 Prozent auf 964 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Der Nettogewinn des Gesamtkonzerns ging um 11,5 Prozent auf fast 1,2 Milliarden Euro nach oben.

Mitte Januar hatte die EU-Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) ein Gutachten veröffentlicht, in dem sie ein „hohes, akutes Risiko“ für Bienen durch die drei Stoffe Clothianidin, Imidacloprid und Thiamethoxam sieht. Mit den ersten beiden Stoffen produziert Bayer Crop Science mehrere Pflanzenschutzmittel.

Auch wenn die Produkte in der EU bald nicht mehr verwendet werden dürfen, sollen sie für andere Weltregionen weiter hergestellt werden. „Diese Wirkstoffe sind nach unserer Einschätzung sicher, wenn sie so eingesetzt werden, wie es vorgeschrieben ist“, sagte Breum.

Umweltschützer sehen das anders. Ihnen geht der EU-Beschluss nicht weit genug. Greenpeace hatte am Montag gefordert, mindestens sieben „Bienen-Killer Pestizide“ der Firmen Syngenta, Bayer, BASF und anderer Hersteller zu verbieten. Der Umweltorganisation zufolge überlebt in Deutschland jede dritte Biene den Winter nicht.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Ich könnte vor Wut platzen: Es geht um den Verlust von EINEM Prozent des Umsatzes (okay, es sind 80 Millionen TEuro), aber das sollte uns doch ganz deutlich zeigen, dass diese ganzen Riesenunternehmen für uns alle nicht gesund sind.

    Wenn ein Unternehmen im letzten Jahr einen Gewinn von einer Milliarde machte und in diesem Jahr nur noch 300 Millionen, verdammt noch einmal, davon geht die Welt doch nicht unter. Alle Kosten sind bezahlt und es bleibt trotzdem noch Gewinn über. Dieses Schicksal würde viele kleine und mittlere Unternehmer gerne teilen.

  • „Diese Wirkstoffe sind nach unserer Einschätzung sicher, wenn sie so eingesetzt werden, wie es vorgeschrieben ist“, sagte Breum. - Genau - Was bitte schön kann Bayer dafür das die Bienen die Gefahrstoffhinweise auf der Verpackung nicht lesen?

  • Für die CropScientologen macht die biochemische Zerklüftung der Natur natürlich Sinn. In diesen Kreisen dürfte man die Biene wohl als eine unverbesserliche Konkurrentin um Weltmarktanteile betrachten, die ihre marktmächtige Konkurrenz seit Jahrhunderttausenden mit nicht zu unterbietenden Preisen aussticht.
    Also keult man ordentlich mit der chemischen Klatsche und schwupp ist der Markt bereinigt und die Blüten bleiben unbefruchtet.
    Was nu? Wer hilft?
    Na, die künstlichen Befruchter!
    Dann werden den lobbyverseuchten Regierungen Abermilliarden aus dem Säckel geleiert, die daraufhin Schwärme von fleissigen 1€Jobbern über Wald und Wiesen aussenden, um, mit kleinen patentierten Pinseln ausgestattet, ihr fruchtbares Tagwerk zu vollbringen.
    Und wer sein Handwerk versteht kann gar als ichAGiler Begattungsunternehmer sein Glück machen.
    Schöne neue Welt!

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