EU-Entscheidung
Video-Kartell soll 75 Millionen Euro Strafe zahlen

Die EU-Kommission hat eine Geldbuße von fast 75 Millionen Euro gegen ein Videoband-Kartell der Marktführer Sony, Fuji und Hitachi-Maxell verhängt. Besonders harsch fiel die Strafe gegen Sony aus - die Firma hatte allzu dreist versucht, Beweisstücke zu vernichten.

HB BRÜSSEL. Die drei japanischen Konzerne hätten illegale Preisabsprachen für professionelle Videobänder getroffen, wie sie Fernsehsender und Produktionsfirmen benutzen, erklärte die EU-Kommission am Dienstag in Brüssel.

Aufgedeckt wurden die Preisabsprachen bei einer Durchsuchung der europäischen Konzernzentralen von Sony, Fuji und Maxell im Jahr 2002. Den Löwenanteil der Geldbuße von 47 Millionen Euro muss Sony zahlen, weil das Unternehmen nach Kommissionsangaben die Ermittlungen der Brüsseler Wettbewerbshüter behinderte. Ein Mitarbeiter habe während einer Razzia Dokumente durch den Reißwolf gejagt. Hingegen seien die Strafen für Hitachi-Maxell um 20 Prozent auf 14,4 Millionen und für Fujifilm um 40 Prozent auf 13,2 Millionen Euro gesenkt worden, weil sie kooperiert hätten.

Die drei Konzerne produzieren gemeinsam mehr als 85 Prozent der in Europa verkauften professionellen Videobänder. Bei dem Kartell ging es um die beiden damals populärsten Videofilm-Formate für professionelle Anwender: Betacam SP und Digital Betacam. Mit den Bändern wurden 2001 in der EU und anderen Ländern Europas 115 Millionen Euro umgesetzt. In dem Verfahren wandte die EU erstmals neue Richtlinien an, die generell höhere Strafen als bislang gegen Firmen vorsehen, die Preise abgesprochen oder Märkte untereinander aufgeteilt haben.

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