EU-Kommission angerufen
Europäische Konzerne machen Front gegen Chinas Stahlexporte

Führende europäische Stahlkonzerne wollen mit Unterstützung der EU-Kommission schärfer gegen die steigenden Importe aus China vorgehen. Wie Thyssen-Krupp-Chef Ekkehard Schulz am Sonntag auf der 41. Weltstahlkonferenz in Berlin sagte, bedrohe die rapide Ausweitung der Stahlproduktion in China das weltweite Preisniveau.

mjh BERLIN. „Wir haben ein strukturelles Problem in China. Das kann nur die Politik lösen“, sagte Schulz. Neben dem Luxemburger Brancheprimus Arcelor Mittal unterstützt auch der zweitgrößte deutsche Stahlproduzent Salzgitter eine entsprechende Beschwerde des europäischen Stahlverbands Eurofer gegen China bei der Kommission.

Bei einzelnen Produkten – etwa Draht, feuerverzinkten Blechen oder Edelstahl – sind die chinesischen Lieferungen nach Europa nach Angaben der europäischen Wettbewerber seit Ende 2006 um 400 Prozent gestiegen. Bei Thyssen-Krupp rutschte die Sparte Edelstahl im Schlussquartal des vor einer Woche abgeschlossenen Geschäftsjahres 2006/07 in die Verlustzone, schätzen Analysten.

Noch bis 2005 musste China seinen immensen Stahlbedarfs auch durch Importe decken. 2006 wurde der weltgrößte Stahlproduzent dann aber erstmals zum Nettoexporteur. 2007 stiegen die Stahlausfuhren bis Ende August bereits auf 50 Millionen Tonnen, die Menge entspricht einer Jahresproduktion Deutschland. 17 Prozent davon gingen in die EU-27. Der Grund: Nirgendwo in der Welt ist Stahl derzeit so teuer wie in Europa.

Beobachter räumen den Europäern nur geringe Erfolgschancen im Handelskonflikt mit China ein. Zwar könne Brüssel Schutzzölle verhängen oder die Importmengen begrenzen. Aber für eine Anti-Dumping-Klage dürfte es kaum reichen. Basis einer solchen Klage ist der Nachweis, dass China seine Produkte unter Herstellungskosten verkauft. Etwa 90 Prozent der Stahlindustrie des Landes werden noch vom Staat kontrolliert und subventioniert.

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