EU-Kommission
Eon meldet Endesa-Übernahme an

Deutschlands größter Energiekonzern Eon hat bei der EU-Kommission die umstrittene Übernahme des spanischen Versorgers Endesa zur Genehmigung angemeldet.

HB BRÜSSEL. Die EU-Wettbewerbshüter müssen bis 25. April entscheiden, ob sie direkt grünes Licht geben oder eine zweite, bis zur vier Monate lange Prüfung einleiten, teilte die EU-Kommission am Donnerstag in Brüssel mit.

Eon bietet 29,1 Milliarden Euro. Die spanische Regierung von Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero tritt dafür ein, dass Endesa in spanischer Hand bleibt und favorisiert daher die als feindlich eingestufte Offerte des heimischen Gasversorgers Gas Natural.

Der Sprecher von EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes sagte, Brüssel habe nun das exklusive Recht, die geplante Fusion wettbewerbsrechtlich zu beurteilen. Eine nationale Regierung könne zwar Einwände wie das Allgemeininteresse vorbringen; diese Bedenken müssten aber angemessen sein und sich an die EU-Regeln wie beispielsweise die Dienstleistungsfreiheit halten.

Die spanische Regierung brachte unterdessen neue Einwände gegen die Übernahme vor. Dies geht nach spanischen Presseberichten vom Donnerstag aus einem Schreiben hervor, das die Madrider Regierung der EU-Kommission vorlegte. Danach wies Spanien darauf hin, dass Eon seine Übernahmeofferte über eine Tochtergesellschaft vorgenommen habe, die selbst nur über ein Kapital von 25 000 Euro verfüge.

Es sei verwunderlich, dass diese - am 23. Januar gegründete - Tochter ein Angebot über 29,1 Milliarden Euro für 100 Prozent der Kapitalanteile von Endesa präsentiert habe. Der Kommissionssprecher nahm dazu im Detail keine Stellung. Die Transaktion sei von Eon angemeldet worden und werde auch so behandelt.

Die spanische Regierung wies außerdem darauf hin, dass der Düsseldorfer Energiekonzern für seine angestrebte Übernahme noch nicht die Genehmigung der Nationalen Energie-Kommission (CNE) beantragt habe.

Madrid hatte kürzlich die Befugnisse der Kommission erweitert, um dem Übernahmevorhaben von Eon Steine in den Weg zu legen. Die EU-Kommission forderte daraufhin in Spanien Informationen an. Madrid unterstrich in seinem Schreiben, dass die - von der Regierung beschlossene - Erweiterung der CNE-Kompetenzen noch vom Parlament gebilligt werden müsse.

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