EU-Kommission ermittelt
Akzo Nobel unter Kartellverdacht

Die EU-Kommission wirft einigen Herstellern von Kalziumkarbid und Magnesiumpulver kartellrechtswidriges Verhalten vor. Zu den Verdächtigen gehören auch Akzo Nobel und der deutsche Stahl-Zulieferer SKW.

HB BRÜSSEL/FRANKFURT. Die EU-Kommission hegt gegen Hersteller von Kalziumkarbid und Magnesiumpulver den Verdacht von Preisabsprachen.

„Die untersuchten Produkte werden vor allem von den Stahl- und Industriegasebranchen erworben“, teilte die Kommission am Freitag mit. Der deutsche Stahlindustrie-Zulieferer SKW Stahl-Metallurgie und die niederländische Akzo Nobel räumten ein, zum Kreis der betroffenen Firmen zu gehören.

Die seit kurzem im Kleinwerteindex SDax notierte SKW-Aktie brach am Freitag um 17 Prozent auf 21 Euro ein. Die EU selbst nannte keine Namen von verdächtigten Unternehmen.

Die EU-Kommission hatte nach eigenen Angaben im Januar 2007 unangekündigt Gebäude von mehreren Kalziumkarbid-Produzenten in Österreich, Deutschland, der Slowakei und Slowenien untersucht.

Kalziumkarbid und Magnesiumpulver wird unter anderem eingesetzt, um Qualität und Stärke von Stahl zu verbessern. Kalziumkarbid wird auch zur Gewinnung des Gases Azetylen genutzt.

SKW will die Vorwürfe prüfen. Sollte die Kommission einen Verstoß feststellen, könne sie ein Bußgeld gegen SKW Metallurgie verhängen, erklärte das Unternehmen.

Der Chemiekonzern Akzo Nobel teilte mit, von der Kommission mit Vorwürfen zu seinem Kalziumkarbid-Geschäft konfrontiert worden zu sein. Das Unternehmen werde innerhalb von drei Monaten auf die Vorwürfe reagieren, erklärte Akzo Nobel.

Die deutschen Chemiekonzerne BASF, Bayer und Lanxess sind nach eigenen Angaben nicht von den Kartellvorwürfen betroffen.

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