EU-Kommission genehmigt Joint Venture von Bertelsmann und Springer
Grünes Licht für neuen Druck-Giganten

Für Bertelsmann geht ein lang gehegter Traum in Erfüllung. Europas größter Medienkonzern darf seine Tiefdruckereien mit denen von Axel Springer („Bild“, „Welt“) verschmelzen: Die EU-Kommission hat keine Bedenken gegen den geplanten Tiefdruck-Riesen in Europa. Dies erfuhr das Handelsblatt aus Kreisen der beteiligten Unternehmen und der Brüsseler Wettbewerbsbehörde.

HB NÜRNBERG/BRÜSSEL. „Das Thema ist durch“, hieß es in Verhandlungskreisen. Bertelsmann wollte sich zu einer Vorentscheidung der EU-Kommission nicht äußern. Ein Sprecher in Gütersloh sagte nur: „Wir sind optimistisch, dass das Verfahren genehmigt wird. Es gibt überzeugende Argumente für eine Genehmigung.“

Auch ein Konkurrent wie die Schlott-Gruppe, die Nummer drei in Europa, erwartet, dass Brüssel dem Joint Venture grünes Licht geben wird. „Wir gehen davon aus, dass die Fusion genehmigt wird, gegebenenfalls mit der einen oder anderen Auflage“, sagte Schlott-Finanzvorstand Uwe Hack.

Wie es aber in Brüssel hieß, will EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes Bertelsmann und Springer lediglich geringe Auflagen vorschreiben. Die Veräußerung von Unternehmensbereichen werde von der Kommission nicht gefordert, verlautete aus der Behörde. Damit wird Bertelsmann eine große Sorge abgenommen.

Die Kommission legte bei ihrer vertieften Prüfung – zum Vorteil von Bertelsmann und Springer – den Markt für Tiefdruck und Rollenoffset zusammen. Damit kommt der neue Tiefdruckriese auf nur 13 Prozent Marktanteil. Dieser Wert gilt als wettbewerbsrechtlich unbedenklich.

Die Bertelsmann-Töchter Arvato und Gruner + Jahr sowie Springer hatten sich Anfang September 2004 auf das Joint Venture geeinigt und ihre Pläne im November in Brüssel angemeldet. In der Branche hatte sich in der Vergangenheit Widerstand gegen den Zusammenschluss geregt: „Wir haben die Fusion immer kritisch betrachtet, weil das neue Unternehmen eine enorme Marktmacht entfalten wird. In Teilbereichen kann sogar eine marktbeherrschende Stellung entstehen“, befürchtet Schlott. Auch das Mönchengladbacher Unternehmen TSB Tiefdruck Schwann-Bagel hatte vor der EU-Kommission Bedenken geäußert.

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