EU-Kommission macht Druck
Erneut Durchsuchungen bei Energieunternehmen

Die EU-Kommission hat im Kampf gegen die Abschottung der europäischen Energiemärkte erneut mehrere deutsche Unternehmen durchsucht.

HB BRÜSSEL. Die Behörde teilte am Dienstag in Brüssel mit, sie habe die Geschäftsräume der Energieunternehmen gemeinsam mit deutschen Behördenvertretern am Montag und Dienstag aufgesucht. Sie habe Grund zu der Annahme, dass die Unternehmen gegen das Verbot des Missbrauchs einer marktbeherrschenden Stellung oder restriktiver Geschäftspraktiken oder gegen beides verstoßen hätten. Namen der Firmen nannte die Behörde nicht. Es handele sich um Nachuntersuchungen zu den Durchsuchungen, die vor zwei Wochen vorgenommen worden waren.

Die Kommission geht seit einiger Zeit gegen Marktführer im Energiebereich vor, die möglicherweise neue Konkurrenten behindern. Sie verspricht sich davon mehr Wettbewerb und auch sinkende Preise. Mitte Mai hatte sie zum ersten großen Schlag gegen die Marktführer der Branche ausgeholt und große Gasversorger durchsucht, darunter auch RWE und Eon in Deutschland. Der Energiekonzern RWE war diesmal nach Angaben eines Sprechers nicht betroffen. Von Eon war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Eine Sprecherin des Bundeskartellamts bestätigte, Beamte der Bonner Behörde seien auch diesmal an der Aktion beteiligt gewesen. Namen der Unternehmen wollte auch sie nicht nennen.

Mitte Mai hatte die Kommission auch Unternehmen aus Italien, Österreich, Belgien und Frankreich durchsucht. Wie damals betonte die Behörde, Durchsuchungen seien noch kein Zeichen dafür, dass die Unternehmen gegen Vorschriften verstoßen hätten. Es handele sich um den Beginn von Ermittlungen.

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