EU-Kommission macht Druck
RWE erhöht 2008 die Strompreise

Während die EU-Kommission den Energieriesen eine Kampfansage macht müssen sich die Kunden des Essener RWE-Konzerns zum Jahresbeginn 2008 auf Strompreiserhöhungen einstellen.

HB DORTMUND/DÜSSELDORF. Preisanpassungen seien unvermeidlich, sagte RWE-Energy-Sprecher Sebastian Ackermann am Mittwoch in Dortmund. Als Gründe nannte er die gestiegenen Beschaffungskosten. Gleichzeitig hätten die Kosten zur Förderung erneuerbarer Energien deutlich zugenommen. Dies sei aber politisch gewollt. Über die Höhe des Preisanstiegs ist nach Angaben des RWE-Sprechers noch nicht entschieden. Der Konzern werde seine Kunden aber noch im Laufe des Oktobers präzise über Einzelheiten informieren, sagte er. Die in einem Bericht der „Berliner Zeitung“ genannten Steigerungsraten von bis zu zehn Prozent bezeichnete Ackermann aber als „reine Spekulation“.

Keine Entscheidung über eine Anhebung der Stromtarife ist dagegen beim Eon-Konzern in Düsseldorf gefallen. Das sagte Konzernsprecher Jens Schreiber. Es gelte weiterhin die Aussage, dass im laufenden Jahr die Strompreise nicht angehoben werden. Die „Berliner Zeitung“ sprach von erheblichen Preiserhöhungen bei den Unternehmen Anfang 2008. Bei RWE sollen durch einen Vorstandsbeschluss die regionalen Versorgungstöchter freie Hand haben, die Stromtarife für Haushaltskunden zum Jahreswechsel um bis zu zehn Prozent zu erhöhen. Auch die Eon-Regionalversorger bereiteten kräftige Preiserhöhungen vor, berichtete das Blatt.

Unterdessen entschuldigte sich Eon-Vorstandschef Wulf Bernotat für seine umstrittenen Äußerungen in der „Bild“-Zeitung zu den Strompreisen. In einem Interview mit dem Blatt hatte er vor wenigen Tagen gesagt, dass die Strompreise eigentlich zu niedrig seien. „Ich wollte niemanden vor den Kopf stoßen oder provozieren. Falls dies geschehen ist, tut es mir leid“, schrieb der Vorstandsvorsitzende in einem offenen Brief, den die Zeitung am Mittwoch in Auszügen veröffentlichte. Ihm sei es mit seiner Aussage nur darum gegangen, die aufgeheizte Debatte um die Strompreise zu versachlichen.

Gleichzeitig hielt Bernotat aber an seiner These fest, das Strom eigentlich zu billig sei. Eine vierköpfige Familie zahle bei normalem Energieverbrauch pro Tag etwa 2,60 Euro für Strom. „Dafür kriegt man gerade einmal eine Currywurst, ein Stück Kuchen oder ein großes Bier“, schrieb der Eon-Chef in dem Brief. Haupttreiber für steigende Strompreise ist aus Sicht des Topmanagers der Staat. Durch Steuern, Abgaben und Umlagen sei er zu fast 40 Prozent direkt für die Preise verantwortlich. Weitere 35 Prozent würden über die Netzentgelte reguliert.

Seite 1:

RWE erhöht 2008 die Strompreise

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%