EU-Kommission warnt Spanien
Endesa wird für Eon zum Geduldspiel

Der spanische Versorger Endesa wartet gespannt auf den Bescheid der Energieaufsicht in Madrid Ende Juli. Dann wird sich entscheiden, ob Eon weiter im Rennen bleibt. Der Übernahmekampf mit Gas Natural wird sich aber auf jeden Fall noch lange hinziehen.

DÜSSELDORF/MADRID. Eon-Chef Wulf Bernotat steht im Übernahmekampf um den spanischen Versorger Endesa jetzt vor der größten Hürde: Wenn die spanische Energieaufsichtsbehörde CNE noch im Juli über die Zulassung der 27 Mrd. Euro schweren Offerte entscheidet, fällt die Vorentscheidung im Wettstreit mit Konkurrent Gas Natural. Zu Ende ist die monatelange Hängepartie damit aber noch lange nicht.

„Was wir aus der CNE hören, deutet darauf hin, dass ein Veto immer unwahrscheinlicher wird. Es sieht nach einer positiven Entscheidung aus“, gab sich Bernotat noch vor wenigen Tagen auf dem jährlichen Capital Market Day des Unternehmens in Stockholm zuversichtlich. Die Analysten der LBBW bezifferten die Erfolgs–Chancen daraufhin auf über 75 Prozent. Inzwischen haben sich die Perspektiven allerdings wieder verschlechtert: In spanischen Medien wird über strenge Auflagen für den deutschen Energiekonzern berichtet.

Der CNE kommt im Übernahmekampf die Schlüsselrolle zu. Als Eon im Februar mit seiner Offerte für den größten spanischen Stromversorger das feindliche Angebot von Gas Natural, Spaniens Nummer eins bei der Gasversorgung, konterte, wurde ein ungleicher Kampf eröffnet. Das Angebot von Gas Natural liegt um mehr als sieben Mrd. Euro unter dem des finanzstarken Eon-Konzerns. Gleichzeitig wurde der Streit aber zum Politikum, weil Eon mit seinem Vorstoß die Pläne der spanischen Regierung zu durchkreuzen drohte. Diese unterstützt Gas Natural und will gegen den Willen des Endesa-Managements einen großen, spanischen Energiekonzern aufbauen. Deshalb ermächtigte die Regierung per Dekret die CNE, die Eon-Offerte zu prüfen und letztlich zu blockieren.

Eon hat inzwischen rund 15 000 Seiten an Unterlagen eingereicht, die letzten noch am vergangenen Donnerstag. Inzwischen brütet das neunköpfige Entscheidungsgremium über dem endgültigen Bescheid, der in der letzten Juli-Woche veröffentlicht werden soll. Letztlich wird das politisch besetzte Gremium auch eine politische Entscheidung treffen. Objektive Gründe, nach denen Eon der Marktzutritt verwehrt werden könnte, sehen Branchenbeobachter jedenfalls nicht.

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