Industrie
EU lässt Roche-Mittel gegen Lungenkrebs zu

dpa-afx BASEL. Das vom Schweizer Pharmakonzern Roche hergestellte Krebsmedikament Tarceva ist in Europa zur Behandlung von Lungenkrebs zugelassen worden. Dies teilte Roche am Mittwoch in Basel mit. Das Arzneimittel dient der Therapie von lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs (Nsclc), wo mindestens eine vorangehende Chemotherapie erfolglos geblieben ist. In den ersten Handelsminuten gewannen Roche-Aktien 0,16 Prozent auf 183,80 Schweizer Franken und entwickelten sich damit besser als der Vergleichsindex SMI.

Die Genehmigung in der EU basierte auf einer zulassungsrelevanten Phase-III-Studie, die unlängst im New England Journal of Medicine erschienen war (Nejm). Tarceva (Erlotinib) verbessere nicht nur nachweislich das Überleben um 42,5 Prozent, sondern darüber hinaus die Krankheitssymptome und die Lebensqualität von Patienten mit Nsclc, der häufigsten Form von Lungenkrebs, hieß es in der Roche-Mitteilung. 31 Prozent der Patienten, die Tarceva erhielten, waren nach einem Jahr noch am Leben, verglichen mit 22 Prozent der Patienten in der Placebogruppe (wirkungsloses Scheinmedikament).

Die Schweizer Bank Vontobel bestätigte die Aktie nach der Entscheidung mit "Sector Outperform". "Dieser Entscheid war nach der positiven Empfehlung Ende Juni erwartet worden, sagte Giusep Demont, Finanzanalyst bei Vontobel. Nun sei damit zu rechnen, dass Roche in Europa die Zulassung für Tarceva in der Indikation Pankreaskrebs einreichen wird. Dafür hat Genentech/Roche letzte Woche eine positive Empfehlung in den USA erhalten. Demont erwartet ein Umsatzpotential von 1,1 Mrd. Schweizer Franken in 2009.

Das einmal täglich oral verabreichte Medikament Tarceva sei der einzige EGFR-Krebswachstumshemmer, der bei Patienten mit Lungenkrebs einen nachweislichen Überlebensvorteil bewirke, so Roche. Gegenwärtig erhielten die meisten Patienten mit Lungenkrebs eine Chemotherapie. Tarceva wirke anders als eine Chemotherapie, indem es gezielt Tumorzellen angreife und dadurch nicht mit den unangenehmen Nebenwirkungen der Chemotherapie verbunden sei.

Tarceva wird zurzeit von einer weltweiten Allianz zwischen OSI Pharmaceuticals, Genentech und Roche im Rahmen eines umfassenden klinischen Entwicklungsprogramms geprüft. Chugai ist für die Entwicklung und alle zulassungsrelevanten Aktivitäten in Japan verantwortlich. In den USA wird Tarceva von Genentech vertrieben.

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