EU-Verbot
BASF-Pestizid wird zur Gefahr für Bienen

Die EU wirft dem deutschen Chemieriesen BASF vor, mit einem Pestizid den Bienenbestand zu bedrohen – und will das Mittel künftig nicht mehr zulassen. Der Konzern wehrt sich gegen die Vorwürfe.
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BrüsselDie EU beschränkt den Einsatz des BASF -Pestizids Fipronil wegen der Gefahren für Honigbienen deutlich. Das Mittel sei zur Behandlung von Mais- und Sonnenblumensaatgut ab 2014 nicht mehr zugelassen, teilte die EU-Kommission am Dienstag mit. "Ein Vorschlag der Kommission, den Einsatz von Fipronil zu beschränken, wurde von den Mitgliedsstaaten angenommen." Nach jüngsten Erkenntnissen stelle das Insektengift ein hohes akutes Risiko für Honigbienen dar, hieß es.

BASF kritisiert das Verbot. „Dadurch wird Landwirten der Zugang zu wichtigen und zugelassenen Technologien verwehrt“, teilte der Dax-Konzern mit. Der Rückgang der Bienenpopulationen werde durch eine Reihe von komplexen Faktoren verursacht - davon seien sowohl das Unternehmen als auch viele Experten überzeugt. Die Einschränkung von Fipronil werde keinen Beitrag zum Schutz der Bienen leisten.

Die Kommission stützt ihre Entscheidung auf Studien der europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit. Deren Forscher hatten Ende Mai vor dem Einsatz der Chemikalie gewarnt. In Frankreich ist das Mittel seit 2005 verboten. Anders als etwa Neonicotinoide wird Fipronil in der EU nicht stark eingesetzt. Nur in acht Staaten wird es verwendet und nur in fünf wird Fipronil beim Maisanbau genutzt. Nach Aussagen eines BASF-Sprechers stehen die EU-Länder lediglich für fünf Prozent des weltweiten Fipronil-Marktes. Angaben dazu, wie viel der Konzern mit dem Mittel umsetzt, veröffentliche BASF nicht, sagte er.

Die Diskussion um die Ursachen des weltweit auftretenden Bienensterbens war in den vergangenen Monaten neu aufgeflammt. Ende April hatte die EU-Kommission beschlossen, dem Einsatz von Insektiziden der Neonicotinoid-Gruppe für zunächst zwei Jahre enge Grenzen zu setzen. Betroffen sind die Pestizide Clothianidin und Imidacloprid von Bayer und Thiamethoxam des Schweizer Rivalen Syngenta. Auch Deutschland hatte sich für den Bann der Mittel ausgesprochen. Schon seit Jahren nehmen weltweit die Bienenpopulationen ab. Bienen spielen eine wichtige Rolle bei der Befruchtung von Pflanzen und damit auch für die Landwirtschaft.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • „Wenn die Biene einmal von der Erde verschwindet, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben. Keine Bienen mehr, keine Bestäubung mehr, keine Pflanzen mehr, keine Tiere mehr, kein Mensch mehr.“
    Albert Einstein

  • Kann der Landwirt denn nicht mehr selbst entscheiden, was er tut? Er hat meines Erachtens die Hauptverantwortung!!!

  • Hoffentlich bleibt man auch gegenüber Monsanto so stark, wenn die mit Beginn der Freihandelszone versuchen werden, ihren Giftmüll zu uns zu bringen, ebenso wie genverseuchtes Material.

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