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EU-Verfahren: Anti-Dumping-Klage wird Solarbranche nicht schützen

Der Jubel unter den Solarzellenherstellern war groß, als die EU Ende der Woche verkündete, eine Untersuchung gegen China wegen Preisdumpings einzuleiten. Experten dämpfen jedoch die Erwartungen.

Chinesische Arbeiter mit einem Solarmodul. Quelle: dpa
Chinesische Arbeiter mit einem Solarmodul. Quelle: dpa

DüsseldorfEicke Weber, Direktor des Fraunhofer Instituts für Solar Energie Systeme ISE bezweifelt, dass die Klage der Solarzellenhersteller wegen Preisdumpings in China Erfolg haben wird. „Es macht aus meiner Sicht keinen Sinn, anzunehmen, dass die Chinesen mit ihrer etwa zehnfachen Produktionskapazität  versuchen, die Deutschen mit niedrigen Preisen aus dem Markt zu drängen. Die chinesischen Hersteller müssten dafür hohe Umsatzeinbußen in Kauf nehmen“, sagte er gegenüber Handelsblatt Online. „Dass die Preise für chinesische Solarmodule unterhalb der Herstellungskosten liegen, ist eine Folge der enormen Überkapazitäten in dem Markt.“ Dieses Phänomen habe man auch bei deutschen Firmen beobachten können. Wenn die Lagerbestände voll sind, wird die Ware zum Schleuderpreis verkauft.

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Ende Juli hatten sich 25 Unternehmen aus Deutschland, Italien, Spanien und anderen EU-Ländern zusammengeschlossen und eine Klage angestrengt, woraufhin die EU nun eine Untersuchung einleitete. Nun drohen den chinesischen Firmen im äußersten Fall Strafzölle.

Solarbranche Die größten Solarzellenhersteller der Welt

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Zu den 25 Initiatoren zählen auch das deutsche Unternehmen Solarworld und die inzwischen insolvente Sovello aus Bitterfeld-Wolfen. Die Unternehmen werfen ihren Konkurrenten massive Wettbewerbsverzerrung vor. „Die chinesischen Unternehmen werden mit milliardenschweren Krediten versorgt und bieten trotz massiver Verluste ihre Produkte zu Preisen unter ihren Herstellungskosten an“, hieß es.

Tatsächlich haben die chinesischen Firmen die deutschen Unternehmen inzwischen weitgehend vom heimischen Markt verdrängt. Die europäische Herstellerinitiative EU ProSun, auf deren Handelsbeschwerde das Verfahren gründet, wertete die Initiierung des Antidumpingverfahrens gestern „als starkes Signal, dass die EU China die kontinuierliche Verletzung des Handelsrechtes durch Dumping nicht durchgehen lässt“.

Solarbranche

Die chinesischen Unternehmen reagierten erbost auf die Klage. Sie drohten bereits offen mit einem Handelskrieg.

Auch deutsche Wissenschaftler sind unglücklich über das eingeleitete Verfahren. „Es hätte nicht so weit kommen müssen“, sagt Photovoltaik-Experte Klaus Lips vom Helmholtz-Zentrum in Berlin. „Ein großer Teil der deutschen Solarindustrie hat zu langsam damit angefangen, ihre enormen Gewinne in Forschung und Entwicklung zu stecken. Vielleicht war auch ein bisschen Arroganz mit dabei, man hätte nicht erwartetet, dass man so schnell vom ersten Platz verdrängt wird.“

Die EEG-Umlage reiche zwar aus, damit sich Solaranlagen auch mit deutschen Modulen rentieren. Allerdings sei die Rendite mit chinesischen Modulen deutlich höher. Solarmarkt-Expert Weber sieht weiterhin eine schwere Zeit auf die Solarbranche zukommen: „Bis Ende 2013 bzw. Anfang 2014 wird sich der Markt für Solarmodule weiter bereinigen, viele Unternehmen werden schließen müssen. Am Ende werden nur diejenigen überleben, die mit hohen Stückzahlen kostengünstig produzieren können. Ob europäische Unternehmen darunter sein werden, wird sich zeigen.“

  • 20.09.2012, 12:04 Uhrbelisju

    ...eine Entfernungs-Kilometer-Transportsteuer (EKTS)?!
    wuerde fuers erste auch schon helfen!

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