EU verhängt Kartellstrafe von 99 Mill. Euro gegen den Hoechst-Nachfolger
Celanese senkt Jahresprognose

Der Kronberger Chemiekonzern Celanese hat nach einem Betriebsverlust im dritten Quartal wegen hoher Sonderbelastungen aus einer EU-Kartellbuße seine Jahresprognose gesenkt.

FRANKFURT. „Vor dem Hintergrund der unerwartet angefallenen Sonderaufwendungen im dritten Quartal geht Celanese nun davon aus, dass das Betriebsergebnis für das Gesamtjahr 2003 unter dem des Vorjahres liegen wird“, teilte der Konzern am Donnerstag mit. Noch Ende Juli hatte Celanese einen Betriebsgewinn über dem Vorjahresniveau in Aussicht gestellt. Auch im vierten Quartal werde das Betriebsergebnis des Vorjahres nicht erreicht. Der President der Ticona-Tochter, Lyndon Cole, verwies indes am Nachmittag auf einer Analystenkonferenz auf einige positive Anzeichen bei der Mengenentwicklung in der Kunststoffsparte im vierten Quartal. Zudem teilte Celanese mit, sich über Kursabsicherungs-Geschäfte (Hedging) rund die Hälfe des Erdgasbedarfs für das erste Quartal 2004 im hohen fünf-Dollar-Bereich pro Einheit gesichert zu haben. Erdgas ist der wichtigste Rohstoff für den Chemiekonzern.

Wegen einer Kartellstrafe verzeichnete der Chemiekonzern im dritten Jahresviertel einen Betriebsverlust von 60 Millionen Euro nach einem Gewinn von 69 Millionen Euro im Vorjahr. Es sei nicht so schlecht wie es klinge, kommentierte Bankgesellschaft-Berlin-Analyst Oliver Günter den Quartalsbericht. „Die Mengen im dritten Qurtal waren besser als erwartet“. Die im Nebenwerteindex MDax gelistete Aktie lag am Nachmittag mit 0,3 Prozent im Plus bei 28,60 Euro.

Die EU-Kommission hatte gegen die ehemalige Hoechst AG wegen Preisabsprachen im Sorbate-Geschäft eine Kartellstrafe von 99 Millionen Euro verhängt. Celanese, die aus Hoechst 1999 hervorgegangen war, musste diese Last übernehmen und hohe Aufwendungen in das dritte Geschäftsquartal buchen. Die Kronberger hatten deswegen auch einen Nettoverlust schon angekündigt. Der Fehlbetrag belief sich auf 31 Millionen Euro nach einem Gewinn von 39 Millionen Euro ein Jahr zuvor. Nach Unternehmensangaben war allerdings auch vereinbart worden, dass Hoechst die Celanese mit 80 Prozent für den Fall entschädige. Die Entschädigung soll als zusätzlich eingezahltes Eigenkapital verbucht werden.

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