EU verschiebt Entscheidung über VDO-Übernahme
Conti lässt sich nicht beirren

Die EU-Kommission verschiebt Entscheidung über den Verkauf der Siemens-Tochter VDO an Continental. Trotzdem hält Conti weiterhin an seinem Zeitplan fest.

DÜSSELDORF. Die EU-Kommission hat ihren ursprünglich für Donnerstag angekündigten Entscheid über den Verkauf von VDO um zwei Wochen verschoben. "Das ist ein ganz normaler Vorgang, um weitere Details zu prüfen“, sagte eine Sprecherin von Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes dem Handelsblatt.

In dem am Dienstag routinemäßig veröffentlichten Zeitplan der anhängigen wettbewerbsrechtlichen Verfahren war der Termin gestrichen und um zehn Werktage verschoben worden. Die Entscheidung, ob Continental die Siemens-Tochter VDO für 11,4 Mrd. Euro übernahmen darf, soll jetzt am 29. November verkündet werden.

"Wir sehen keine Schwierigkeiten auf uns zukommen“, sagte eine Conti-Sprecherin dem Handelsblatt. Das Unternehmen erwarte den Abschluss der Transaktion weiter im Lauf des Jahres. Eine solche Verzögerung komme immer wieder vor, bestätigte Michael Schweitzer, Professor für Europarecht an der Universität Passau. "Das ist keine inhaltliche Vorentscheidung.“

Auch der Siemens-Konzern sieht den Verkauf seiner Autozulieferersparte durch die verlängerte EU-Kartellprüfung als nicht gefährdet an. "Wir erwarten nach heutigem Kenntnisstand weiterhin ein Closing im ersten Quartal unseres Geschäftsjahres“, sagte ein Siemens-Sprecher. Das Geschäftsjahr des Münchner Unternehmens hat am 1. Oktober begonnen.

Die EU-Kommission steht seit Bekanntgabe des Deals Ende Juli im Austausch mit Continental und hat jüngst weitere Unterlagen angefordert und laut Continental auch bekommen. "Die Signale sind grundsätzlich positiv“, hatte Contis Personalchef Heinz-Gerhard Wente am Montag dem Handelsblatt gesagt. Bis zum Abschluss der Prüfung müssen Continental und VDO als völlig eigenständige Unternehmen agieren.

Mark C. Schneider
Mark C. Schneider
Handelsblatt / Redakteur
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