EU-Zuckermarktordnung
Ergebnisrückgang bei Südzucker erwartet

Die Südzucker AG dürfte im ersten Halbjahr 2007/08 beim operativen Ergebnis deutlich hinter dem Vorjahresniveau zurückbleiben. Der Grund dafür ist Analysten zufolge die EU-Zuckermarktordnung. Eine Reform lässt allerdings für die Zukunft hoffen.

HB FRANKFURT. Von Dow Jones Newswires befragte Analysten rechnen mit Blick auf die Zahlen der ersten sechs Monate, die am Donnerstag vor Börsenbeginn veröffentlicht werden, mit einem drastischen Rückgang des operativen Ergebnisses. Einen Lichtblick über das Halbjahr hinaus bietet die gerade erst verabschiedete „Reform der EU-Zuckermarktordnung“.

Laut Konsensprognose, zu der Dow Jones Newswires vier Analysten befragt hat, wird das in Mannheim ansässige MDax-Unternehmen im ersten Halbjahr ein operatives Ergebnis von 107 Mrd. Euro erzielen, während es im Vorjahr mit 250 Mrd. Euro wesentlich höher lag.

Beim Umsatz rechnen die Marktbeobachter mit 2,7 Mrd Euro - hier erzielte Südzucker 2006/07 2,9 Mrd Euro. Bei UniCredit werten die Analysten die alte EU-Zuckermarktordnung als Grund für den Einbruch des operativen Ergebnisses. Neben dem Wegfall des Exportzuckers belaste insbesondere die Restrukturierungsabgabe, die Südzucker im Rahmen der Reform zahlen muss. Im Spezialitätenbereich erwarten die UniCredit-Analysten dagegen steigende Beiträge und im Fruchtbereich eine konstante Entwicklung.

Auf der Hauptversammlung am 24. Juli hatte das Unternehmen die Prognose für das zum 28. Februar zu Ende gehende Geschäftsjahr 2007/08 bestätigt. Demnach soll der Konzernumsatz zwischen 5,1 Mrd und 5,3 Mrd Euro liegen. Beim operativen Ergebnis ging Südzucker für den Zeitraum von 120 Mill. bis 160 Mill. Euro aus. Mittelfristig will Südzucker bereits im Geschäftsjahr 2009/10 mit über 450 Mio Euro an das operative Ergebnisniveau vor der Reform anknüpfen.

Die Ende September von der EU beschlossene Nachbesserung der Zuckermarktordnung könnte sich schon bald positiv auf die Südzucker-Zahlen auswirken. Diese „Reform der Reform“ sieht zusätzliche Anreize vor, um einen beschlossenen Abbau der EU-Zuckerquote um insgesamt sechs Mio Tonnen zu erreichen. In den Zuckerwirtschaftsjahren 2007/08 wurden bisher aber erst 2,2 Mio Tonnen zurückgegeben.

Laut neu gefasstem Beschluss soll nun bei einer Quotenrückgabe bis 31. Januar 2008 zum einen eine aufgestockte Entschädigung für die Landwirte gezahlt werden. Zum anderen entfallen bei einer entsprechenden Quotenrückgabe durch die Unternehmen teilweise Restrukturierungsabgaben für das Zuckerwirtschaftsjahr 2007/08. Sollte die beabsichtigte Kürzung der EU auch mit den neuen Anreizen nicht erreicht werden, drohen unverändert 2010 lineare Pauschalstreichungen, die auch Südzucker treffen würden.

Die Analysten von UniCredit meinen, die Nachbesserung könnte bereits im Jahr 2008/09 für ein Zuckermarktgleichgewicht sorgen. Im Falle einer Quotenrückgabe durch Südzucker gehen die Analysten von M.M.Warburg & Co von einer kurzfristigen Entlastung im laufenden Geschäftsjahr aus, mittelfristig sehen sie jedoch keine Veränderungen.

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