Eurofighter verliert an Aufwind
Griechen und Türken zieren sich beim Eurofighter

Die Eurofighter GmbH muss auf einen bereits sicher geglaubten Auftrag aus Griechenland weiter warten: die Athener Regierung wird die ursprünglich für diesen Sommer geplante Entscheidung über die Beschaffung neuer Kampfflugzeuge um drei Jahre verschieben.

ATHEN. Hauptgrund sind finanzielle Engpässe. In der benachbarten Türkei dagegen glaubt sich das Eurofighter-Konsortium kurz vor dem Ziel.

In Griechenland geht es um einen Auftrag für mindestens 30 Kampfflugzeuge der vierten Generation sowie Optionen auf weitere Maschinen. Dafür sind im neuen Beschaffungsprogramm der griechischen Streitkräfte für die kommenden zehn Jahre 2,8 Mrd. Euro angesetzt. Das Rüstungsprogramm soll heute vom Kabinettsausschuss für Außen- und Verteidigungspolitik unter Vorsitz von Ministerpräsident Kostas Karamanlis gebilligt werden.

Dabei sollte ursprünglich auch die Entscheidung fallen, welches Kampfflugzeug künftig von der griechisches Luftwaffe eingesetzt wird. Im Rennen sind neben dem Eurofighter, der für den Export unter dem Namen Typhoon vermarktet wird, auch der „Joint Strike Fighter“ des US-Herstellers Lockheed Martin (Kürzel: F-35), die französische Rafale und die schwedische Gripen. Die Typhoon galt als Favorit, weil bereits im Januar 2001 die damalige sozialistische Regierung einen Vorvertrag über die Beschaffung von 60 Flugzeugen dieses Typs und Optionen auf weitere 30 Maschinen unterzeichnet hatte. Nur drei Monate später legte Athen die Bestellung aber auf Eis: Die damals anstehenden Olympischen Spiele hatte zu akuten Haushaltsengpässen geführt.

Verteidigungsminister Evangelos Meimarakis erklärte nun, mit der Entscheidung über die Kampfflugzeuge habe man Zeit bis „Anfang 2009“. Wieder sind es vor allem Kostengründe, die für den Aufschub geltend gemacht werden. Griechenland, noch 2004 mit einem Haushaltsfehlbetrag von 6,9 Prozent des Bruttoinlandsprodukts größter Defizitsünder der EU, muss von diesem Jahr an die Dreiprozent-Vorgabe des Stabilitätspaktes einhalten, wenn es milliardenschwere Strafgelder aus Brüssel vermeiden will. Für teure Rüstungsprogramme sieht Finanzminister Giorgios Alogoskoufis daher in diesem und im nächsten Jahr keinen Spielraum.

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