Europa-AG
Porsche wandelt sich trickreich

Die Stuttgarter Sportwagen-Legende Porsche wandelt sich zur Europäischen Aktiengesellschaft, auch bekannt als Societas Europaea oder kurz SE. Das Unternehmen verstärkt damit einen Trend: Immer mehr Konzerne wollen über diesen Weg die deutsche Mitbestimmung aufweichen. Selbst einige Dax-Schwergewichte sind darunter.

STUTTGART/DÜSSELDORF. Die Aktionäre des Sportwagenbauers sind am Dienstag in der neuen Porsche-Arena Zeitzeugen der Geburtsstunde eines neuen Automobilkonzerns geworden: Mit der Hauptversammlung ist die Firma in eine Holding umgewandelt worden, Rechtsform SE. Unter dem Dach der Holding werden die bisherige Porsche AG sowie das knapp 31 Prozent schwere Paket am Volkswagen-Konzern gebündelt.

Auch der mögliche neue LKW-Verbund aus den VW-Beteiligungen MAN und Scania könnten unter dieses Dach schlüpfen. Da alle stimmberechtigten Porsche-Stammaktien allein von den Familien Porsche und Piëch kontrolliert werden, war die Zustimmung reine Formsache.

Porsche ist ein weiterer prominenter Name auf der Liste der Unternehmen, die sich in eine SE umwandeln. Nahmen die Firmen die neue Rechtsform anfangs sehr zaghaft an, so kamen zuletzt bekannte Namen dazu, vor allem aus Deutschland: BASF plant ebenso wie Fresenius die Umwandlung, Allianz hat sie bereits vollzogen, bei anderen Unternehmen wie der Münchener Rück steht das Thema zur Diskussion. Gestern kündigte auch die Norddeutsche Affinerie an, sich nach der Übernahme des belgischen Konkurrenten Cumerio in eine SE umzuwandeln.

Mit dem Schritt wollen sich die Unternehmen eine Art europäisches Kleid geben: „Die Europäische Aktiengesellschaft ist die zeitgemäße Form für ein global tätiges Unternehmen mit Heimatstandort Europa“, begründet BASF-Vorstandschef Jürgen Hambrecht den Entschluss.

Tatsächlich bietet die SE Konzernen Vorteile bei der Führung des Unternehmens und bei Zusammenschlüssen. Denn in einer SE entfällt die komplizierte Konzernstruktur mit selbstständigen Töchtern im europäischen Ausland. Für grenzüberschreitende Fusionen ist die SE aus Sicht der Kanzlei Flick Gocke Schaumburg ein geeignetes Vehikel: Die Integration geht einfacher. Statt über eigene Gesellschaften mit Verwaltungsapparat, können die Landesgeschäfte in einer SE über Niederlassungen geführt werden. Ein weiteres Motiv ist die Sitzverlagerung innerhalb Europas, die als SE wesentlich schneller möglich ist.

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