Europa-Chef Lutz kritisiert Doppelentwicklungen
GM will Opel und Saab enger verbinden

Der weltgrößte Automobilhersteller General Motors (GM) will seine europäischen Aktivitäten stärker zentral führen. Bislang hätten sich die drei Marken Opel, Vauxhall und Saab verhalten „wie drei kleine autonome Autofirmen“, kritisierte der für Europa zuständige GM-Vorstand Bob Lutz in einem Interview mit dem „Wall Street Journal“.

HAMBURG. Damit soll nun angesichts der hohen Verluste Schluss sein. Lutz will das Geschäft in Europa restrukturieren, fordert mehr Teileaustausch zwischen den Unternehmen und will Doppelentwicklungen künftig vermeiden.

„Ob ein Saab die gleiche Klimaanlage wie ein Opel oder ein Vauxhall hat, kümmert niemanden“, sagte Lutz. Allerdings soll der für den Kunden spürbare Charakter der Marken erhalten bleiben.

Das Europageschäft ist eines der Sorgenkinder bei GM. Im vergangenen Jahr betrug der Verlust in Europa 286 Mill. $, in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres stieg er auf 116 Mill. $ weiter an – von 65 Mill. $ ein Jahr zuvor. Als Gründe dafür waren der anhaltend hohe Preisdruck, Währungsverluste und Anlaufkosten für den Golf-Konkurrenten Opel Astra genannt worden.

GM will auch den Druck auf die deutsche Politik erhöhen, die Arbeitsgesetzgebung zu lockern. Sie erschwere es dem Konzern durch Kündigungs- und Abfindungsregelungen, Produktion aus Deutschland zu verlagern, wo Opel in drei Werken rund 15 000 Menschen beschäftigt.

Lutz warnte davor, dass das Land durch die deutsche Sozialpolitik seinen Status als Automobilstandort auf Dauer verlieren wird. Er ließ auch keinen Zweifel daran, dass er davon ausgeht, dass „unabhängig von etwaigen Reformen“ Deutschland „früher oder später“ Arbeitsplätze in der Automobilindustrie verlieren wird. Die Marktanteilsgewinne der Japaner und der Koreaner würden diesen Druck erhöhen.

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