Europa-Flaute

Milliardenverlust bei Opel

Die Opel-Mutter GM scheint ein passables drittes Quartal hingelegt zu haben – trotz der Flaute in Europa, die auf die Zahlen drückt. Düster sieht es hingegen bei Opel aus.
Update: 31.10.2012 - 17:25 Uhr 9 Kommentare
Opel lastet weiterhin schwer auf General Motors. Quelle: dpa

Opel lastet weiterhin schwer auf General Motors.

(Foto: dpa)

DetroidNach dem Rivalen Ford zieht auch die Opel-Mutter GM in Europa die Notbremse. Der US-Konzern kündigte am Mittwoch für das laufende Jahr einen Betriebsverlust zwischen 1,5 und 1,8 Milliarden Dollar im Europageschäft mit den Marken Opel und Vauxhall an. Wie andere Massenhersteller gerät auch GM wegen der Absatzkrise in den Schuldenstaaten zunehmend unter Druck.

Die exakte Höhe des Verlusts hänge von den Restrukturierungskosten für Opel im laufenden Quartal ab, sagte Konzernchef Dan Akerson. Im nächsten Jahr werde das Ergebnis in Europa etwas besser ausfallen. Die Gewinnschwelle werde allerdings erst für Mitte des Jahrzehnts angepeilt. Experten gehen nun davon aus, dass GM die seit Monaten erwartete Sanierung von Opel bald angehen wird.

"Das klingt danach, dass GM noch vor dem Jahreswechsel die erwarteten Einschnitte bei Opel vornehmen will", sagte Jürgen Pieper vom Bankhaus Metzler. Der Betriebsrat erwartet bis Mitte Dezember eine Einigung mit der Geschäftsleitung über ein Sparpaket. "Wir wollen die Leute mit einer klaren Botschaft in die Weihnachtsferien gehen lassen", sagte Betriebsratschef Wolfgang Schäfer-Klug zu Reuters.

Opel-Aufsichtsratschef Stephen Girsky kündigte für die Jahre 2013 bis 2015 Einsparungen von 500 Millionen Dollar in Europa an. Das ist weniger als sich der Rivale Ford vorgenommen hat, der jährlich bis zu eine halbe Milliarde Dollar einsparen will. Im laufenden Jahr senkt Opel die Fixkosten um 300 Millionen Dollar und baut durch Abfindungsprogramme und Vorruhestandsregelungen zudem 2.600 Arbeitsplätze ab. Um dieses Ziel zu erreichen, müssten bis zum Jahresende noch 300 Jobs wegfallen, ergänzte ein Opel-Sprecher. In Europa arbeiteten für GM zuletzt noch knapp 40.000 Beschäftigte.

Der Personalabbau soll im nächsten Jahr entsprechend der sinkenden Pkw-Nachfrage fortgesetzt werden. Das Werk in Bochum soll nach dem Auslaufen des aktuellen Familienwagens Zafira 2016 kein neues Modell erhalten, bekräftigte Girsky, der auch Strategiechef von GM ist, und verwies auf die dazu laufenden Verhandlungen mit IG Metall und Betriebsrat.

Im dritten Quartal weitete GM den Verlust im Europageschäft auf fast eine halbe Milliarde Dollar aus nach knapp 300 Millionen vor Jahresfrist. Die Auslieferungen von Opel brachen im Vergleich zum vorangegangenen Vierteljahr um fast ein Fünftel ein. In den vergangenen zwölf Jahren hat GM - trotz mehrerer Sanierungsversuche - in Europa etwa 16 Milliarden Dollar verbrannt. Die Konzernmutter konnte dies zuletzt jedoch wegen besserer Geschäfte in anderen Regionen wettmachen. Der operative Gewinn kletterte im Herbstquartal auf 2,3 Milliarden Dollar. Vor einem Jahr hatten 2,2 Milliarden zu Buche gestanden. Der Konzernumsatz stieg um fünf Prozent auf 37,6 Milliarden Dollar.

Europas als GM-Schandfleck
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9 Kommentare zu "Europa-Flaute: General Motors erwartet Milliardenverlust für Opel"

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  • hm...wenn Opel sich schon nicht in Deutschland verkauft, und wenn, dann nur über den Preis, wie soll dann Opel im Ausland verfolgreich sein?

    Das Argument, Opel darf GM keine Konkurrenz machen zieht für mich nicht..weiterhin wird seit 20 Jahren das Werk in Bochum geschlossen..erinnert mich irgendwie an den subventionierten Kohlbergbau..

  • ich könnte mir vorstellen das Ope für irgendwelche Lizensen schwer bezahlen muß, damit Gewinne schön in Steueroasen anfallen und der Deutsche Arbeitner und Staat erpressbar bleibt.

  • Gott sei dank kann man wieder negativ über Opel berichten, nachdem man die neue Produktreihe schon im Vorfeld schlecht gemacht hat. Passt ja wieder alles zusammen!

    Frag mich warum die hier Chevrolet verkaufen müßen, denn scheiß können sie doch überall auf der welt los werden, nein sie bieten es im Opelautohaus gleich billiger an und welch wunder die leute nehmen den selben "opel" eben als Chevrolet und dann welch Überraschung, Opel schlecht....

    Nein es ist ein Drama, wenn sich doch Opel nur von GM los reißen könnte...

    Opel müßte gar nicht groß exportieren, sie würden hier auf heimischen Markt mit einen guten Preis sehr gut über die Runden kommen. Klar müßten sie dazu etwas kleinere Brötchen backen. Fakt ist, das Opel ein super deutsches Auto für die breite Masse ist.

  • Das ist so "gewollt". Die Entwicklungskosten beläßt man in Deutschland (kostet ja was), im Rest der Welt (Korea) wird produziert., etc. In Deutschland unterstützt man dieses Spiel aufgrund der heiligen Arbeitsplätze. Andere ausländische Firmen/ Kontzerne machen das auch so. Lediglich in der Automobilbranche fällts auf?! So lange noch genug in der Staatskasse über bleibt schaut man dort wohl nicht so genau hin. Die britischen und amerikanischen Konzerne sind eben echte Gauner ;-)

  • Ich glaube GM ist nicht mehr zu helfen. Das Opel Drama geht ja nun seit Jahrzenten und es scheint keinen Manager auf der ganzen Welt zu geben der das Drama beenden kann. Komisch, evtl. sollte GM mal im eigenen Haus auf Ursachenforschung gehen.

  • Gewinne ins Inland (USA), Verluste im Ausland(Deutschalnd) mittels erhöhter Zulieferpreise, die der Tochter in Rechnung gestellt werden.
    FDJ-Sekretärin will wieder deutsche Steuergelder verschleudern?
    "Das letzte Wort noch nicht gesprochen" nachdem Ex-Wirtschaftsminister Brüderle weitere Subeventionen strikt verneinte.

    Dabei hatten nur kleinere Anbieter von der Abwrackprämie profitiert.

  • Alles hat ein Ende, nur die Wurst Opel hat keins.

  • GM erlaubt Opel nicht Global zu verkaufen die dürfen nur in Europa ansonsten würde Opel der eigenen Mutter Konkurenz machen und das wollen die Amerikaner natürlich nicht.

  • Das ewige Sorgenkind Opel. GM geht es gut wobei die Absatzkrise in Europa die Lage für Opel verschlechtert. Den deutschen Premium Autobauern geht es gut, weil sie schon seit längeren auf die Wachstumsmärkte setzen. Auch einige wenige Lieferanten, Schaeffler Gruppe investiert zurzeit sehr stark in den Wachstumsmärkten Asien und Südamerika.

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