Europa-Geschäft
Toyota peilt mit Hybrid-Motoren neue Rekorde an

Der japanische Hersteller Toyota will auch dank des Erfolgs mit der Hybrid-Technik in diesem Jahr in Europa so viele Autos verkaufen wie noch nie. Dafür soll die Technik in weitere Modelle eingebaut werden. So könnten die Japaner noch in diesem Jahr General Motors als weltgrößter Autohersteller ablösen.

hof GENF. Wie der Europa-Chef von Toyota, Tadashi Arashima, beim Genfer Automobilsalon sagte, plant das Unternehmen, den Absatz um 100 000 auf 1,22 Mill. Fahrzeuge zu erhöhen. Es wäre der elfte Rekord in Folge.

Toyota will dabei den Absatz von Autos mit Hybrid-Antrieb, einer Mischung aus Verbrennungs- und Elektromotor, auf 45 000 steigern. Dafür soll die Technik in weitere Modelle eingebaut werden. Einen Schub erwartet sich Arashima auch von dem neuen Kompaktmodell Auris, das seit Februar bei den Händlern steht. Vom Nachfolger des Corolla will Toyota im ersten Jahr 150 000 Stück absetzen. Ab dem zweiten Jahr sollen es bereits 200 000 Verkäufe sein.

Trotz der optimistischen Prognosen plant Toyota keine weiteren Fabriken in Europa. „Wir bauen unsere Autos dort, wo die Nachfrage ist. Wir haben erst im vergangenen Jahr ein Werk in St. Petersburg eröffnet, dort fahren wir die Kapazität 2007 hoch. Weitere Pläne gibt es nicht“, sagte Vorstandschef Katsuaki Watanabe. In den vergangenen Monaten war immer wieder spekuliert worden, dass die weltweite Nummer zwei ein Werk für seine Luxusmarke Lexus in Europa bauen könnte.

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Analysten hatten aber bereits darauf verwiesen, dass der Export aus Japan wegen der Schwäche des Yen zurzeit deutlich lukrativer ist als die Produktion in Europa. Gegen eine weitere Fabrik spricht auch, dass sich die Toyota-Edelmarke Lexus gegen die Platzhirsche Audi, BMW und Mercedes sehr schwer tut. 2006 verkaufte Lexus trotz einer fulminanten Steigerung von mehr als 70 Prozent in der EU und der europäischen Freihandelszone EFTA in Gesamteuropa gerade einmal 51 000 Autos.

Auf großes Interesse stießen gerade bei Lexus die Hybrid-Modelle, die in Europa bereits mehr als ein Viertel der Verkäufe ausmachten. In Genf präsentiert Lexus das Spitzenmodell LS 600 Hybrid mit der „Leistung eines Zwölfzylinders, aber den Emissionen eines Sechszylinders“, wie Europa-Chef Arashima betonte. Bislang wird der Hybrid-Antrieb überwiegend in große Autos eingebaut. Doch Toyota verspricht, dass bereits die nächste Generation kleiner, leichter und leistungsfähiger wird. Dadurch könnte die Technologie auch eine Option für Kompaktautos werden. Fast alle Konkurrenten arbeiten an ähnlichen Projekten.

Angesichts der aktuellen Umweltdiskussion über CO-2-Emissionen rechnen die Japaner, die wahrscheinlich noch in diesem Jahr General Motors als weltgrößter Autohersteller ablösen werden, Anfang des kommenden Jahrzehnts mit mehr als einer Million verkauften Autos pro Jahr mit der kombinierten Motorentechnik. Damit würde der Anteil am Gesamtabsatz von Toyota – für 2007 sind inklusive der Töchter Daihatsu und Hino 9,34 Mill. Autos geplant – deutlich steigen. Im vergangenen Jahr lag der Hybrid-Anteil noch deutlich unter fünf Prozent.

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Watanabe äußerte sich auch zu Spekulationen, Toyota könnte an der US-Sparte von Daimler-Chrysler interessiert sein, für die der deutsch-amerikanische Konzern zurzeit alle Optionen, auch einen Verkauf prüft: „Wir wollen Chrysler nicht kaufen und auch keinen Anteil erwerben“, sagte Watanabe. Für Gespräche über Projektkooperationen sei man aber offen: „Wenn Daimler-Chrysler mit uns reden will, hören wir zu“, sagte der Toyota-Präsident. Jedoch „legen wir keinen Wert darauf, nach dem Volumen unbedingt der Größte zu sein. Wir legen Wert auf Qualität, wettbewerbsfähige Kosten und Profitabilität“, betonte Watanabe. Größe sei lediglich das Resultat daraus.

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