Europa kommt glimpflich davon
Ford droht Milliarden-Verlust

Der angeschlagene Autokonzern Ford könnte einem Pressebericht zufolge in diesem Jahr bis zu neun Milliarden Dollar verlieren. Das Aufsichtsgremium diskutiert bereits über eine Erweiterung und Beschleunigung des Sanierungsplans. Während die US-Werke nun vor dem Rotstift zittern, bleiben die hiesigen Standorte aber wohl weitgehend verschont.

HB NEW YORK. Allein im Autogeschäft könnten 2006 Verluste von fast sechs Mrd. Dollar anfallen, unter Einschluss von Restrukturierungskosten könne das Minus acht bis neun Mrd. Dollar (7,1 Mrd Euro) betragen, berichtete die Zeitung „Detroit News“ am Donnerstag in ihrer Onlineausgabe. Quelle sind firmeninterne Informationen, unter anderem eine Auto-Gewinnprognose des Büros von Ford-Finanzchef Don Leclair. Ein Ford-Sprecher nahm nach Angaben der Zeitung zunächst keine Stellung. Ford-Aktien verloren im frühen Handel mehr als drei Prozent auf 8,90 Dollar.

Ford werde am Freitag um 7 Uhr Ortszeit Einzelheiten zur Beschleunigung ihres Restrukturierungsplans „Way Forward“ für ihr Nordamerikageschäft präsentieren, hieß es später in einer Pressemitteilung, in der Stellungnahmen des Vorstands angekündigte wurden.

Für das globale Ford-Autogeschäft werde unter Ausschluss einmaliger Faktoren ein Vorsteuerverlust von 5,6 bis 5,9 Mrd. Dollar prognostiziert, hieß es. Die Höhe der Verluste könne davon abhängen, wie viele Ford-Arbeiter von den Abstandsangeboten Gebrauch machen, die im Rahmen des neuen Restrukturierungsplans erweitert werden dürften.

Der Ford-Verlust im globalen Autogeschäft von einer Milliarde Dollar im Jahr 2005 könnte sich damit versechsfachen. Auf das angeschlagene nordamerikanische Autogeschäft entfällt nach Informationen der Zeitung den größte Teil des prognostizierten Vorsteuerverlusts von sechs Mrd. Dollar. Ford hatte dort im vergangenen Jahr 1,6 Mrd. Dollar vor Steuern verloren.

Die Informationen zeigten aber auch, dass Ford auch in jedem seiner Auslandsmärkte Verluste für 2006 erwarte, mit Ausnahme Südamerikas. Selbst die rasch wachsende asiatisch-pazifische Region dürfte einen kleinen Verlust erleiden, obwohl der von Ford kontrollierte japanische Autohersteller Mazda profitabel sein dürfte.

Der Ford-Verwaltungsrat setzte am Donnerstag in der Ford-Zentrale in Dearborn (Bundesstaat: Michigan) seine zweitägige Sitzung fort. Der diskutierte erweiterte Sanierungsplan schließe mehr Stellenkürzungen und andere Aktionen ein und könnte bereits am Freitag veröffentlicht werden, berichtete die Zeitung. Die Verluste stehen nach Darstellung der Zeitung in scharfem Gegensatz zu einer Ford-Prognose aus dem Jahr 2002 eines Vorsteuergewinns von sieben Mrd. Dollar in 2006. Seither habe Ford unter steigenden Rohstoffpreisen, einer Abkehr der Verbraucher von den profitablen Geländewagen und einem intensiveren Wettbewerb mit ausländischen Autoherstellern gelitten. Ford habe in den USA zehn Jahre lang Marktanteile verloren.

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