Europa-Projekt: BASF lässt die Genkartoffel fallen

Europa-Projekt
BASF lässt die Genkartoffel fallen

Der Chemiekonzern BASF zieht bei seinen Genkartoffel-Projekten in Europa endgültig die Reißleine und stoppt die Zulassungsverfahren. Weitere Investitionen in diese Projekte seien nicht zu rechtfertigen, so der Konzern.

Frankfurt/LudwigshafenDer deutsche Chemiekonzern BASF gibt die Hoffnung auf die Einführung weiterer Gen-Kartoffelsorten in der Europäischen Union auf. Die "europäischen Zulassungsprozesse für die Kartoffelprojekte Fortuna, Amadea und Modena" werden gestoppt, wie der Konzern am Dienstag in Ludwigshafen mitteilte. Umweltschutzorganisationen begrüßten die Entscheidung.

Mit der Entscheidung zieht der deutsche Chemie-Riese einen Schlussstrich unter seine Bemühungen, neben der Gen-Kartoffel Amflora für weitere Sorten eine Zulassung in der EU zu erhalten. Weitere Investitionen könnten "aufgrund der Unwägbarkeiten im regulatorischen Umfeld und drohender Feldzerstörungen nicht gerechtfertigt werden", begründete der Konzern den Schritt.

Wegen der breiten Ablehnung der Gentechnik in der Landwirtschaft in Europa hatte BASF die Sparte bereits vor einem Jahr komplett in die USA verlagert. Zudem stoppte das Unternehmen zu dem Zeitpunkt die Entwicklung und den Verkauf aller Produkte, die allein für den europäischen Markt gedacht waren. Das betraf neben den gentechnisch veränderten Stärkekartoffeln Amflora, Amadea und Modena unter anderem auch die gegen Kraut- und Knollenfäule resistente Kartoffel Fortuna.

Die Umweltschutzorganisation BUND begrüßte, dass BASF jetzt auch die Zulassungsverfahren stoppt. "Mit einem Jahr Verspätung ist die Vernunft in den Vorstandsetagen eingekehrt", sagte die BUND-Gentechnik-Expertin Heike Moldenhauer der Nachrichtenagentur AFP. Gentechnik werde von den Verbrauchern nicht akzeptiert.

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