Europa verzeichnet derzeit eine Revolution im Luftverkehr
Boeing: Bis 2023 verdoppelt sich Zivilflugzeugflotte

Der US-Flugzeugbauer Boeing rechnet in den kommenden 20 Jahren mit einer Verdoppelung der Flotte von Passagierflugzeugen. Boeing-Chef Andrew Magill erwartet eine Abkopplung des Wachstumstrends im Luftverkehr vom allgemeinen Wirtschaftszuwachs.

HB MÜNCHEN. Bis 2023 würden weltweit voraussichtlich 25 000 zusätzliche Flugzeuge im Wert von rund 2 Billionen Dollar verkauft, sagte der Chef der Boeing-Abteilung Marktanalyse, Andrew Magill, am Donnerstag in München. „Nach unserer Ansicht wird sich der Wachstumstrend im Luftverkehr vom allgemeinen Wirtschaftswachstum abkoppeln und stärker sein.“ Allein in Deutschland würden bis 2023 etwa 1 000 zusätzliche Flugzeuge im Wert von rund 82,9 Milliarden Dollar benötigt.

Zum aktuellen Streit zwischen den USA und der EU über Flugzeugbausubventionen für Boeing und Airbus sagte Magill, dies habe keinerlei Auswirkungen auf die Prognose. In der Vorhersage werde auch nicht von anhaltend hohen Ölpreisen ausgegangen. Die USA und die EU verklagten sich gegenseitig vor der Welthandlesorganisation (WTO) wegen der ihrer Ansicht nach unfairen Beihilfen für die beiden Flugzeugbauer.

Europa verzeichne derzeit eine Revolution im Luftverkehr. Mit der zunehmenden Liberalisierung des Marktes seien die Preise deutlich gesunken. Dabei sank die Durchschnittsgröße der Flugzeuge um etwa 4 Prozent. „Der Anteil kleinerer Flugzeuge in Europa wird zunehmen, da die Fluggesellschaften so der Nachfrage nach mehr Direktflügen nachkommen“, sagte Magill. Dieser Trend sei ähnlich auch in anderen Regionen erkennbar, wie zum Beispiel Asien.

Mit den sinkenden Preisen seien die Passagierzahlen gestiegen. Die Rückgänge nach Terroranschlägen, SARS-Krise und Irakkrieg seien aufgefangen und das Niveau von 2000 bereits überschritten, sagte Magill. Für die kommenden Jahre rechnet das Unternehmen mit einem jährlichen Zuwachs von rund 5 Prozent.

Für Flugzeuge mit 200 bis 300 Sitzplätzen, wie der neue Boeing-Jet 7E7, der Airbus A 330 und andere, bestehe weltweit ein Marktpotenzial von rund 3 500 Flugzeugen. Derzeit verzeichne Boeing bereits 52 feste Bestellungen für die 7E7 und zehn Vormerkungen. Zudem hätten Fluggesellschaften an weiteren rund 150 Flugzeugen Interesse angemeldet.

Superjumbos machten in den kommenden 20 Jahren rund 4 Prozent der Verkäufe in Deutschland und rund 3 Prozent weltweit aus. „Wir sehen auf diesem Gebiet einen Markt, der für uns jedoch kleiner ausfällt als für unseren Mitbewerber“, sagte Magill. Um dem neuen Airbus Großraumjet A380 Paroli zu bieten, könne Boeing zu einem späteren Zeitpunkt das bisher größte Flugzeug 747 erneuern. Dies hänge jedoch von der Nachfrage nach dem A380 ab.

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