Europäische Herstellern betrachten Renault-Angebot mit Argusaugen
Autohersteller richten sich auf neue Billigkonkurrenz ein

Die deutschen Automobilbauer suchen nach einer Antwort auf das Billigkonzept Dacia Logan des französischen Herstellers Renault.

hof FRANKFURT. „Das gesamte Wachstum der Branche findet in den kommenden Jahren außerhalb der etablierten Märkte statt“, konstatierte Daimler-Chrysler-Vorstand Jürgen Hubbert am Dienstag in Frankfurt. Für diese Märkte „fehlt es noch an schlüssigen Konzepten“, räumte der vor kurzem abgetretene Mercedes-Chef auf der Handelsblatt-Automobiltagung ein.

Auch die anderen europäischen Herstellern betrachten mit Argusaugen, wie die Kunden auf das Renault-Angebot reagieren. „Bei aller Skepsis“, räumte GM-Europapräsident Carl-Peter Forster ein, „trifft der Wagen auf großes Interesse.“ Die Franzosen bauen bei ihrer rumänischen Tochter Dacia einen Kompaktwagen, der in der einfachsten Version nur 5 000 Euro kostet. Die Billigvariante ist vor allem für bislang wenig entwickelte Märkte wie Russland, den Nahen Osten oder Asien vorgesehen, soll für etwa 7 000 Euro aber auch in Westeuropa auf den Markt kommen.

Kurzfristig wird GM nicht mit einem eigenen Billigkonzept auf den Vorstoß der Franzosen reagieren: „Es stellt sich überhaupt die Frage, ob man dazu ein völlig neues Auto braucht“, so Forster. So versucht Opel in Polen und anderen osteuropäischen Ländern mit dem alten Modell des Kompaktautos Astra unter der Bezeichnung Astra classic Kunden zu gewinnen. Eine weitere Möglichkeit sieht Forster darin, je nach Kundenbedürfnissen abgespeckte Modelle beispielsweise in Joint Ventures fertigen zu lassen. „Denn in Deutschland lässt sich ein Billigauto nicht bauen“, betonte Hubbert.

Das Heil suchen die verbliebenen zehn unabhängigen Automobilhersteller verstärkt auch in Kooperationen. So baut der französische Peugeot-Citroën-Gruppe gemeinsam mit Toyota einen Kleinwagen im tschechischen. Durch die geteilten Entwicklungs- und Produktionskosten sowie Mengenvorteile bei der Beschaffung soll der Wagen nur um die 8000 Euro kosten. VW kontert in der mit dem Kleinwagen Fox, der in Brasilien hergestellt wird. Besonders im Kleinwagensegment ist der Kampf extrem hart: „Es ist heute eine große Kunst einen margenstarken Kleinwagen zu bauen“, bestätigte Fiat-Vertriebsexperte Johann Wohlfarter. Die Italiener lassen ihr jüngstes Modell, den neu entwickelten Panda, daher aus Kostengründen in Polen bauen.

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