"Europäischer Automobilmarkt dramatisch verschlechtert"
Ford baut weltweit 12 000 Stellen ab

Der amerikanische Autohersteller Ford will einem Bericht des „Wall Street Journal“ zufolge weltweit insgesamt 12 000 Arbeitsplätze streichen.

HB NEW YORK. Ermöglicht werde der Stellenabbau durch die Vereinbarung mit der Gewerkschaft United Autoworkers Union (UAW), die den „Big Three“ der Automobilindustrie erlaube, bis zu 50 000 Arbeitsplätze abzubauen, schreibt das Blatt am Mittwoch. Die US-Geschäftsbank Goldman Sachs habe vergangene Woche auf Grundlage eigener Berechnungen mitgeteilt, dass in der US-Automobilindustrie in den kommenden vier Jahren bis zu 50 000 Stellen wegfallen könnten.

Kreisen zufolge wird erwartet, dass Ford in Kürze die weltweite Belegschaft von 350 000 Mitarbeitern um drei Prozent reduziert. Außer den 1 700 Stellen, die in Deutschland wegfallen, seien mehrere tausend Arbeitsplätze in den USA und in Kanada betroffen, hieß es in dem Bericht. Des Weiteren erlaube die Vereinbarung mit UAW, dass Ford vier US-Werke schließen darf sowie eine weiteres verkaufen bzw die Anzahl der Arbeitnehmer dort reduzieren kann. In Kanada werde ein weiteres Werk geschlossen.

Auch in seinem belgischen Werk in Genk will Ford 3000 Stellen streichen. Dies entspreche rund einem Drittel der dortigen Mitarbeiter, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. „Der europäische Automobilmarkt hat sich im vergangenen Jahr dramatisch verschlechtert“, sagte Ford-Europachef Lewis Booth. Angesichts des schwachen Ausblicks der gesamten Branche, einer zunehmenden Anzahl von Mitbewerbern und ausufernder Marketingkosten müsse man die Produktlinie optimieren und die Ausgaben verringern.

In Genk solle weiterhin der „Mondeo“ gefertigt werden. Das belgische Werk bleibe vorbehaltlich abschließender Bewertungen auch bevorzugter Standort für die Produktion der nächsten „Mondeo“- Generation. Einem Teil der Mitarbeitern sollen Stellen im Volvo-Werk in Gent angeboten werden.

Der Personalabbau ist Teil der Anstrengungen, die Gewinnerwartungen bei dem zweitgrößten Autoproduzenten trotz der schwierigen Marktsituation zu erfüllen. Ford sieht sich wegen des dramatischen Preiskrieges auf dem US-Markt mit höheren Kosten konfrontiert als erwartet. Die Rabattschlacht veranlasste das Unternehmen bereits, sein Ziel für die Kostenreduzierung in diesem Jahr auf 2,5 Mrd. Dollar aufzustocken. Im Juli hatte Ford bereits angekündigt, das Unternehmen werde die Kosten für angestellte Mitarbeiter bis Ende des Jahres um zehn Prozent reduzieren.

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