Europäischer Kampfjet
Großbritannien und Italien wollen letzte Eurofighter wohl nicht

Offenbar überdenken Großbritannien und Italien den Kauf der übrigen Eurofighter-Jets. Ein Sprecher des Eurofighter-Konsortiums sagte am Donnerstag in London, beide Länder hätten beim Hersteller Informationen über ihre Möglichkeiten beim Erwerb der letzten Tranche der Kampfflugzeuge angefordert.

HB LONDON. Die Regierungen in London und Rom müssten ihre Budgets abwägen, da auch Entscheidungen über den Kauf von Joint-Strike-Fighter-Jets von Lockheed Martin anstünden, hieß es. Eurofighter arbeite jedoch weiter an der Umsetzung des bereits existierenden Plans zum Verkauf der übrigen 236 Flugzeuge an vier Länder, sagte der Sprecher. Großbritannien, Italien, Deutschland und Spanien haben insgesamt 620 Flugzeuge bestellt. Die britische Zeitung „Times“ hatte unter Berufung auf Verteidigungskreise berichtet, Großbritannien wolle seine letzte Tranche von 88 Jets im Wert von rund zehn Mrd. Dollar entweder reduzieren, verschieben oder komplett stornieren.

Auch die Italiener überdenken der Zeitung zufolge ihre letzte Tranche von 46 Eurofightern. Eurofighter wies den Bericht jedoch als reine Spekulation zurück. „Wir haben die Aufforderung, bis Ende des Jahres ein Angebot für die dritte Tranche vorzulegen“, sagte ein Sprecher der Eurofighter GmbH. Das britische Verteidigungsministerium sagte lediglich, die Verhandlungen über die Dritte Tranche würden sich noch bis 2008 hinziehen. Das Bundesverteidigungsministerium in Berlin bekräftigte, dass es an seiner Bestellung für die dritte Tranche festhalten werde. Deutschlands letzte Tranche besteht aus 68 Flugzeugen, für Spanien sind 34 bestimmt.

Das Konsortium, das den europäischen Kampfjet baut, besteht aus dem Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS, dem britischen Rüstungskonzern BAE Systems und der italienischen Finmeccanica. Großbritannien hat aus der ersten und der zweiten Tranche insgesamt bereits 144 Eurofighter - auch Typhoon genannt - bestellt. Sollte ein Land seine Bestellung reduzieren, müsste es den anderen laut Vertrag eine Entschädigung zahlen. Eine andere Möglichkeit wäre, die Jets wie vereinbart zu übernehmen und dann an andere Länder weiterzuverkaufen.

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