Europäisches Prestigeobjekt ist zum Erfolg verdammt
EADS zittert mit der Ariane 5

Zittern gehört für Raketenbauer zum Handwerk. Doch so eng wie an diesem Wochenende ist es wohl noch nie gewesen: Der für Samstag geplante Start der Ariane 5 ECA am Rande des Dschungels in Französisch-Guayana markiert eine Wegscheide für das europäische Raumfahrtprogramm.

HB DÜSSELDORF.Sollte der größte jemals in Europa gebaute Satellitentransporter erneut versagen, dann erzittert das ganze, auf komplizierten Kompromissen ruhende Haus der europäischen Weltraumbehörde ESA in den Grundfesten.

Und der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern EADS hätte ein Problem mehr am Hals. Denn er ist seit anderthalb Jahren der Systemverantwortliche für die Ariane 5. Unter großen Mühen brachten die Manager den Konzernbereich Raumfahrt 2004 aus den roten Zahlen – bei einem Fehlschlag stünden die Planungen der Raketenbauer auf der Kippe.

Eigentlich ist sie der Stolz der europäischen Raumfahrt, die Ariane 5 ESC-A. Dann aber kam der 12. Dezember 2002, der 157. Flug einer Ariane-Rakete überhaupt. Er endete in einer Höhe von 69 Kilometern über dem Südatlantik. Das Haupttriebwerk hatte versagt, die Rakete war außer Kontrolle geraten, die Ingenieure mussten sie sprengen. „Ein Desaster“, lauteten damals einhellig die Kommentare von Europas Raumfahrtexperten.

Tatsächlich kam der Unfall zur Unzeit, in einer Phase, in der sich der bislang relativ erfolgreiche kommerzielle Raketenbetreiber Arianespace verschärfter Konkurrenz gegenübersah. Denn die Amerikaner haben mit ihrer Delta 4 von Boeing und der Atlas 5 von Lockheed zwei neue Transportsysteme für kommerzielle Satelliten entwickelt. Hinzu kommen die ebenso zuverlässigen wie preisgünstigen russischen Raketen Sojus und Proton, die Ukraine hat überdies die Zenit im Programm.

Doch nicht nur der Wettbewerb unter den Anbietern von Raketensystemen hat sich verschärft, auch der Markt ist enger geworden. Die Krise in der Telekommunikationsbranche Anfang des neuen Jahrhunderts hat ihre Spuren hinterlassen. Nur zögerlich kommt Bewegung in das Geschäft mit kommerziellen Satelliten.

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