Europas Automarkt
Sonderschichten bei den einen - Kurzarbeit bei den anderen

Die höchst unterschiedliche Lage in der Autoindustrie macht sich im Sommer für die Beschäftigten bemerkbar: Während es bei den einen Herstellern Sonderschichten gibt, haben andere Kurzarbeit angekündigt.
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StuttgartViele Autobauer halten ihre Belegschaft trotz des schwächelnden Automarkts in Europa auch in den Werksferien auf Trab. Im Sommer werde weiter produziert, hieß es bei Volkswagen und seiner Tochter Audi. Bei BMW und Daimler gibt es den Angaben zufolge ebenfalls keine Werksferien im klassischen Sinn mehr. Die Autobauer wollen neuen Modellen damit einen optimalen Start sichern - oder ihre Werke mal wieder auf Vordermann bringen, wie sie auf Anfrage mitteilten.

Allerdings ist die Branche zweigeteilt: Während die einen Extra-Schichten fahren, setzt anderen die Absatzkrise in Europa zu. Bei Fiat muss so mancher Mitarbeiter wohl länger Ferien machen, als ihm lieb ist: Im italienischen Pomigliano gibt es statt Sommer-Sonderschichten verlängerte Werksferien für 2150 Beschäftigte. Auch Ford leidet massiv unter den Absatzschwierigkeiten in Europa. Der Autohersteller kündigte für sein Kölner Werk für September vier Tage Kurzarbeit an.

Autobauern wie Mercedes oder BMW macht das insgesamt schwächelnde Geschäft in Europa weniger zu schaffen - sie profitieren von der starken Nachfrage in China und den USA. Ähnlich sieht es auch bei Volkswagen aus. Den Wolfsburgern kommt vor allem ihre weltweite Ausrichtung und ihre breites Modell-Angebot zugute.

Während der Urlaubszeit bereitet VW unter anderem den Anlauf des neuen Golf 7 vor. „Wir machen uns fit für den Start“, hieß es. „Die normale Produktion wird im August runtergefahren, aber es sind jede Menge Experten gefragt.“ Der neue Golf ist das erste Modell der VW-Kernmarke, das auf dem Modularen Querbaukasten (MQB) basiert, der die Fertigung einheitlicher und günstiger machen soll. Der Golf ist das wichtigste Modell von VW.

Betriebsrat und Management hätten für alle wichtigen Produktionsstätten zusätzliche Einsätze von Kollegen vereinbart. Um seinen Urlaub gebracht wird bei VW aber niemand: Nur wer arbeiten will, braucht mitzuhelfen. Auch an anderen deutschen Standorten leisten Teile der Belegschaft freiwillige Mehrarbeit.

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