Europas größter Chipproduzent
ST Microelectronics: Triumph der langen Leine

ST Microelectronics (ST) ist eine Erfolgsgeschichte: Europas größter Chipproduzent, 1987 aus der italienischen SGS Group und der französischen Thomson Semiconducteurs entstanden, liefert seit Jahren zumeist ordentliche Gewinne ab und steht im Vergleich zum deutschen Wettbewerber Infineon stets deutlich besser da.

MÜNCHEN. Die Voraussetzungen sind alles andere als günstig. Da werden zwei angeschlagene, stark von ihren Staaten beeinflusste Unternehmen aus Italien und Frankreich zusammen geworfen. Das Konstrukt bekommt ein Hauptquartier fern von allen Fabriken in der neutralen Schweiz und einen rechtlichen Sitz in den Niederlanden.

Auf den ersten Blick ein unübersichtliches Gebilde. Dennoch wird ST Microelectronics (ST) zur Erfolgsgeschichte: Europas größter Chipproduzent, 1987 aus der italienischen SGS Group und der französischen Thomson Semiconducteurs entstanden, liefert seit Jahren zumeist ordentliche Gewinne ab und steht im Vergleich zum deutschen Wettbewerber Infineon stets deutlich besser da.

Dass ST nicht das schlimme Schicksal anderer multinationaler Unternehmen teilt, hat mehrere Gründe. Der wichtigste: Die Gesellschafter haben bereits zu Beginn viele jener Fehler vermieden, unter denen beispielsweise der europäische Luftfahrtkonzern EADS leidet. Da ist zunächst die Führungsspitze. Von Anfang an wurde ST von einem einzigen Chef geführt – EADS quält sich bis heute mit zwei Bossen aus zwei Ländern.

Mit der Konzernzentrale in Genf hat sich ST zudem den Begehrlichkeiten der beteiligten Staaten bis heute weitgehend entzogen. EADS hingegen leistet sich Zentralen in Deutschland und Frankreich. Das bringt Abstimmungsprobleme und viel Knatsch, weil die Interessen der Standorte auseinander laufen.

Mit Passagierflugzeugen und Kampfjets steht EADS zwar deutlich stärker im Visier der Politik als ein Chiphersteller. Doch auch ein Chip-Produzent wie ST wird von den Politikern kritisch beäugt. Denn Hochtechnologie bringt Prestige, und jedes Land will einen möglichst großen Anteil daran haben. Hier kommt Pasquale Pistorio ins Spiel. Der Sizilianer führte ST von der Gründung bis ins Jahr 2005. Mit Charme und Cleverness gelang es ihm blendend, französische und italienische Interessen unter einen Hut zu bringen.

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