Europas zweitgrößter Ölkonzern verschiebt Veröffentlichung der Jahresbilanz
Shell muss Öl-Reserven erneut nach unten korrigieren

Für Royal Dutch/Shell schlägt erneut die Stunde der Wahrheit: Der zweitgrößte Ölkonzern Europas muss seine Ölreserven ein weiteres Mal nach unten korrigieren – eine Folge interner Untersuchungen nach einer bereits im Januar eingeräumten Buchungspanne.

LONDON. Der Ölmulti verschob wegen der noch laufenden Prüfung zudem die für Freitag geplante Veröffentlichung seines Jahresberichts auf Ende April. Innerhalb von Minuten fielen die Aktien der beiden Mutterkonzerne Royal Dutch und Shell Transport Trading um fast 5 % und vernichteten damit rund 2,5 Mrd. Euro des Börsenwertes.

Immerhin lieferte der Konzern, den nun der Niederländer Jeroen van der Veer als Nachfolger des vor zwei Wochen geschassten Sir Philip Watts leitet, gestern einen Einblick, wie künftig peinliche Reservendebakel verhindert werden sollen: Bei Bewertungen will das Management unter anderem verstärkt externe Prüfer einsetzen. Shell musste die Menge seiner wirtschaftlich ausbeutbaren Ölvorkommen insgesamt um 21 % nach unten korrigieren - das entspricht rund 4,15 Mrd. Barrel. Die aktuelle Nachbesserung von 220 Mill. Barrel betrifft vor allem das norwegische Feld Ormen Lange.

Obwohl Shell die finanziellen Auswirkung der letzten Korrektur nur auf rund 20 Mill. $ beziffert, droht die Kreditwürdigkeit des Konzerns zu leiden: Die Ratingagenturen Moody’s und Standard & Poors (S&P) könnten nach dem neuerlichen Debakel ihre gute Bewertung des Konzerns abwerten, wird spekuliert. „Das wäre die nächste Katastrophe“, so ein Shell-Manager. S&P hatte im Februar erklärt, man wolle zunächst die Vorlage der detaillierten Bilanz abwarten. Die Ratingagentur Fitch hat Shell bereits von „stabil“ auf „negativ“ herabgestuft.

Unterdessen zieht sich die Schlinge immer enger um Shell und das Management: Die US-Börsenaufsicht SEC untersucht die Reservenbuchungen, auch die Londoner Finanzaufsicht FSA hat bei dem Konzern mit Sitz in London und Amsterdam angeklopft.

Seite 1:

Shell muss Öl-Reserven erneut nach unten korrigieren

Seite 2:

Seite 3:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%