European Climate Exchange
Emissionszertifikate werden billiger

Die Preise für CO2-Emissionszertifikate sind an der European Climate Exchange (ECX) unter Druck geraten. Der Kurs von 2006er-Emissionsrechten fiel unter 15 Euro/Tonne. Dennoch will die ECX das boomende Geschäft mit Verschmutzungsrechten weiter ausbauen.

FRANKFURT. Grund für den Preissturz seien rückläufige Ölpreise und mildere Temperaturen. Sinkende Ölpreise reduzieren die Notwendigkeit zum Einsatz von Kohle, bei deren Verbrennung ein hoher Ausstoß von Kohlendioxid (CO2) einhergeht. Milde Temperaturen senken den Strombedarf und damit wiederum den CO2-Ausstoß.

„Der Emissionshandel wird professioneller“, sagt ECX-Vorstandschef Peter Koester. In den ersten acht Monaten dieses Jahres wurden an der ECX 257 Mill. Tonnen Kohlendioxid-Emissionsrechte gehandelt. Von April 2005 - dem Handelsbeginn – bis Ende 2005 lag das Volumen bei 95 Mill. Tonnen.

Der Emissionshandel sei längst integraler Bestandteil der Öl, Gas, Kohle, Strom und Wasser umfassenden Handelsaktivitäten großer Energieversorger. Auch Hedge-Fonds hätten diesen Markt im Blick. „Der Handelsaufschwung wird sich fortsetzen“, sagt Koester, der ebenso wie Al Gore - Ex-Vizepräsident der USA - sicher ist, dass die Regierung Bush unter dem Druck der öffentlichen Meinung in der Klimapolitik umschwenken wird. Gore verwies in diesem Kontext auf die neue Umweltpolitik Arnold Schwarzeneggers in Kalifornien, die bis zum Jahr 2025 eine Reduzierung der Treibhausgas-Emissionen um 25 Prozent vorsieht.

Die ECX wolle weiter expandieren und in den Handel von Certified Emission Reductions (CER) einsteigen. Dies sind Emissionszertifikate, die von Organen der UN-Klimarahmenkonvention und des Kyoto-Protokolls für die erfolgreiche Ausführung von CDM-Klimaschutzprojekten ausgegeben werden. Stefan Kleeberg von 3C Climate Change Consulting sieht hier jedoch Stolpersteine. Bevor an der ECX solche CER gehandelt werden könnten, sei eine Standardisierung der Zertifikate notwendig.

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